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Moderne Stücke zu Schumanns Melodien

Konzert in Johannis Moderne Stücke zu Schumanns Melodien

Der klare Ton der Oboe von Till Hiernoymus füllt den Raum der gotischen Hallenkirche spielend. Sanft ist der Anschlag von Iveta Weide am Klavier. Die beiden Musiker spielten am Sonnabend die Drei Romanzen für Oboe und Klavier von Robert Schumann in der Göttinger Johanniskirche.

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Till Hiernoymus an der Oboe.

Quelle: Christina Hinzmann

Göttingen. Auf den Leib geschrieben sind die romantischen Stücke der gebürtigen Lettin Weide, die seit zwei Jahren in Lehrte als Organistin arbeitet. Sanft und sensibel interpretiert sie Schumann (1810 -1856) für die 100 Zuhörer, die zum Konzert in der Reihe Klassik für Nachschwärmer gekommen waren.

Meister der leisen Töne

Hieronymus, dessen Oboe in Schumanns Liedern ohne Worte den Part der menschlichen Stimme übernimmt, ist auch ein Meister der leisen Töne. Der frühere Heeresmusiker aus Kassel, der seit 2012 als freischaffender Musiker tätig ist und heute in der Region Hildesheim lebt, vermag Töne beeindruckend lang zu halten.

Die beiden, glänzend aufeinander eingespielten Musiker, die bereits im vergangenen Jahr in Johannis in Göttingen mit einer Motette zu hören waren, setzten in ihrem Konzert auch moderne Akzente. Sie rahmten die Schumann-Stücke mit Werken französischer Komponisten ein.

Überschaubares Oeuvre

Von Henri Dutilleux (1916-2013) gab es die Sonate für Oboe und Klavier zu hören. Dutilleux, der fast 20 Jahre lang beim französischen Rundfunk als Direktor für die Musikproduktion zuständig war, hat ein überschaubares Oeuvre hinterlassen. Seine schnelle Sonate mit gegeneinanderlaufenden Taktarten forderte die Musiker heraus. Hieronymus und Weide vermochten die Dysharmonien, bei denen Oboe und Klavier eher neben- als miteinander zu spielen scheinen, überzeugend umzusetzen.

Gemäßigt modern klingt Francis Poulenc' (1899-1963) Sonate für Oboe und Klavier in Erinnerung an Sergej Prokofjew, die den russischen Komponisten vielfach zitiert. Poulenc gehörte nach dem Ersten Weltkrieg der Gruppe „Die Sechs“ an, die nach der Romantik nach neuen Ansätzen in der Musik suchten. Als Zugabe spielten Hieronymus und Weide noch das Schlaflief von Johannes Brahms (1833-1897) „Guten Abend, gut` Nacht“.

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