Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Konzert mit zwei virtuosen Solistinnen

Göttinger Symphonie-Orchester Konzert mit zwei virtuosen Solistinnen

Zwei Absolventinnen der Musikhochschule Hannover waren am Freitag im Konzert „Stars von morgen“ des Göttinger Symphonie-Orchesters in der Stadthalle zu hören: die Geigerin Shion Minami und die Pianistin Sarah Soyeon Kim. Mit ihrem virtuosen Spiel lösten sie Stürme der Begeisterung im Publikum aus.

Voriger Artikel
Pop meets Classic in der Lokhalle
Nächster Artikel
Monsters of Liedermaching in der Z-Mensa

"Stars von Morgen" in der Göttinger Stadthalle.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Mit dem ersten Violinkonzert von Dmitri Schostakowitsch eröffnete das GSO den Abend. Am Pult stand der aus Bulgarien stammende Gastdirigent Svetoslav Borisov. Womit die Solistin Shion Minami ihre Zuhörer von Anfang fesselte, war die ungeheure Intensität ihres Spiels, ein wahres Feuer, das sie alle vier Sätze hindurch lodern ließ – ob im meditativ-breiten Gesang des Notturno, dem wild einherspringenden Scherzo, der tiefernsten Passacaglia oder dem feurigen Finale, das sie mit einer atemberaubenden Solokadenz eingeleitet hatte.

Lupenreine Intonation

Selbstverständlich verfügt sie über ein hochvirtuoses Potenzial, über eine perfekte Bogentechnik, lupenreine Intonation und einen stets durchsetzungsfähigen, in der Tiefe ungemein satten, in der Höhe strahlenden Ton. Darüber hinaus aber war sie durchweg der treibende Motor dieses dreiviertelstündigen Meisterwerkes, das dem Solisten kaum eine Atempause lässt.

Svetoslav Borisov folgte dieser gestalterischen Vorgabe mit Anstand, auch wenn er hier und da den solistischen Schwung ein klein wenig bremste, ihn gleichsam begradigte. Die GSO-Musiker spielten sehr präzise, bewältigten das rhythmisch, klangfarblich und auch technisch hochkomplexe Werk souverän. Für den brausenden Beifall und die lautstarken Bravorufe bedankte sich Minami mit der Polnischen Caprice von Grazyna Bacewicz.

Nächster Termin

Nächster GSO-Termin: Quantz-Konzert am Sonntag, 8. Mai, um 16.30 Uhr in der St.-Markus-Kirche Scheden.

Die zweite virtuose Herausforderung folgte nach der Pause: Tschaikowskys b-Moll-Klavierkonzert mit Sarah Soyeon Kim. Diese Pianistin liebt das kraftvolle Spiel, sie glänzt mit staunenswerter Fingerfertigkeit, besitzt eine unfehlbare Oktaventechnik auch im Hochgeschwindigkeitsbereich, verblüfft mit donnernden Akkordkaskaden.

Bisweilen etwas geschmeidiger

Was ein wenig verwunderte, war das sehr moderate Tempo im langsamen Satz (Andantino), den man oft ein wenig schneller hört. Doch ist diese nachdenkliche Attitüde sehr wohl eine Alternative zur gängigen Praxis.

Dem muskulösen Ansatz in den Ecksätzen hätte freilich noch mehr Poesie und Zartheit in den Piano-Passagen gut getan, von denen es gar nicht so wenige gibt. Das Dirigat Borisovs, der die animiert spielenden GSO-Musiker sicher führte, hätte man sich bisweilen etwas geschmeidiger vorstellen können.

Auch hier brandete am Ende ein lang dauernder Applaus, untermischt von Bravorufen. Der Dank: Liszts „La Campanella“ – hier war dann auch die Zartheit zu erleben, die Anschlags-Delikatesse, die man sich zuvor schon gewünscht hatte.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Von Redakteur Michael Schäfer

Die Milchbar im Nörgelbuff