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Angefüllt mit Temperament

Wallis Bird im Kulturzelt Angefüllt mit Temperament

Wallis Bird ist ein Energiebündel, 160 Zentimeter Körper, angefüllt mit Temperament. Zum dritten Mal war sie am Donnerstagabend zu Gast im Kulturzelt an der Drahtbrücke. Das machte offenbar die Irin glücklich, aber auch die Besucher, von denen viele offensichtlich mit ihrer Musik bestens vertraut waren.

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Sympathisch und energiegeladen: die irische Musikerin Wallis Bird.

Quelle: pek

Kassel. Sie sei aufgeregt sagt Wallis zu Beginn und plaudert und plaudert. Sie spricht ein eigenwilliges Gemisch aus Englisch und Deutsch, denn sie lebt schon länger in Deutschland, inzwischen in Berlin. Ähnlich eigenwillig ist die Musik, die sie selbst schreibt. Ihre irischen Wurzeln klingen durch, kraftvoller Rock, Jazz und irgendwo auch britischer Punk.

Kein Bass auf der Bühne, kein Schlagzeug

In Kassel präsentierte sie ihre Lieder im Trio – ohne Rhythmusgruppe. Kein Bass auf der Bühne, kein Schlagzeug. Dafür spielen ihre Musikerkollegen im Laufe des Abends diverse Instrumente wie Melodica, Trompete, Akkordeon und Gitarren. Geht das, auch wenn der Rock wuchtig krachen soll. Ja, das geht, was vor allem wieder mit Frontfrau Wallis zu tun hat. Die ist auf der Bühne nämlich eine Urgewalt.

Als Linkshänderin spielt sie eine Rechtshänder-Gitarre, hat aber die Saiten nicht entsprechend umgestimmt. Folglich musste sie eine ganz eigene Spieltechnik entwickeln. Das klingt sehr eigenwillig und changiert zwischen filigran und brachial. Vor allem, wenn es wuchtig werden soll, stampft Wallis wie ein Alleinunterhalter mit den Füßen auf den hölzernen Bühnenboden. Elektronisch verstärkt klingt das tatsächlich wie eine Bass Drum.

Vielseitiges, musikalisches Arsenal

Damit steht Wallis also ein musikalisches Arsenal zur Verfügung, das ihr sehr viel ermöglicht zwischen Hymne, Ballade, Singer/Songwriter-Stück, Rockbrett und Elektro.

Ein großes Pfund, mit sie wuchern kann, ist ihr Kontakt zum Publikum. Sie erzählt Geschichten aus ihrem Leben. Sie berichtet von ihrer Wohnung in Irland, von diesem Zimmer, dessen eine Wand nur aus Fenster besteht. 22 Monate habe sie in ihre Heimat verbracht und in diesem Zimmer am neuen Album gearbeitet. Jeden Morgen nach dem Aufstehen habe sie sich sofort die Gitarre gegriffen oder ans Klavier gesetzt – noch vor dem Anziehen. Der Mann im Haus gegenüber kenne sie jetzt in- und auswendig. Die Konzertbesucher kichern.

Hört Wallis bald auf?

Irgendwann an diesem Abend sagt Wallis, dass sie vielleicht bald aufhören könnte, Musik zu machen. Das klang vor einigen Jahren noch ganz anders, und das Publikum reagiert etwas irritiert. Aber so richtig glauben kann man das nicht, wenn man Wallis dort oben auf der Bühne stehen sieht. Prall voll mit Musikalität, Energie und Glückshormonen.

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