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Konzert zum 155. Geburtstag der Blauen Sänger in der Pauluskirche

Musik statt scharfe Klingen Konzert zum 155. Geburtstag der Blauen Sänger in der Pauluskirche

Gern feiern Blaue Sänger Jubiläen, auch wenn es sich diesmal um eine etwas krumme Zahl – den 155. Geburtstag – handelte. Den beging die Studentische Musikverbindung am Sonnabend mit einem  Konzert in der Pauluskirche.

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Orchester des Philistriertenverbandes der Blauen Sänger unter der Leitung von Helmut Bornschier.

Quelle: Heller

Göttingen. Andere studentische Verbindungen mögen sich mit scharfen Klingen beschäftigen. Nicht so die Blauen Sänger: Sie setzen Musikinstrumente und Singstimmen ein. Fünf Ensembles präsentierten sich beim knapp dreistündigen Mammutkon­zert.

 
Schuberts „Unvollendete“ war der Auftakt. Das Orchester des Philistriertenverbandes, ein Projektorchester aus ehemaligen Blauen Sängern und Absolventen der Göttinger Universität, hatte dafür nur zwei Wochenendproben zur Verfügung. Angesichts dieser Vorbedingungen konnte der sehr engagierte Dirigent Helmut Bornschier nicht immer verhindern, dass das Spiel hier und da zaghaft klang. Doch wenn etwas nicht ganz so präzise gelang, gibt es bei Schubert ja zum Glück Wiederholungen – und fast immer klappte es beim zweiten Mal deutlich konturenschärfer.

 
Mit vielen jungen, frischen Stimmen (denen man bei Tenor und Bass Verstärkung wünscht) stellte sich der Chor der Blauen Sänger mit A-cappella-Sätzen von Brahms und Schumann vor. Dirigent Tobias Stolz machte seine Sache ausgesprochen gut: Die Vokalisten folgten seinem Dirigat mit sichtbarer Begeisterung, sangen beherzt, auch wenn die eine oder andere Harmonie nicht ganz ebenmäßig war, und hatten ebenso wie die Zuhörer viel Spaß.

 
Ein Kammerensemble unter der Leitung von Jonathan Michaels wagte sich an Bachs d-Moll-Doppelkonzert für zwei Violinen (Johannes Butz und Katharina Heermann) und Orchester. Auch hier gab es beherzte, schöne Passagen. Besonders bemerkenswert war die Bewältigung einer kleinen Panne: Auch wenn es fast den Anschein hatte, als müssten die Musiker abbrechen, führten Dirigent und Cellist die Musik unbeirrt weiter, bis alle Musiker wieder gemeinsam im Boot waren.
Das aktuelle Orchester bot eine Rarität: die 13. Symphonie des biedermeierlichen Komponisten Friedrich Schneider (1786-1853) – eine sehr gediegene, sauber gearbeitete Musik, die unter der energischen Leitung von Ulrich Witt vor allem in den beiden raschen Schlusssätzen helles Feuer lodern ließ. Zum donnernden Finale vereinten sich aktive und ehemalige Blaue Sänger in Verdis „Nabucco“-Ouvertüre, die unter der Leitung von Helmut Bornschier die Qualitäten aller Instrumentengruppen noch einmal unter Beweis stellte: mit strahlenden Blechbläsersätzen, schönen Holzbläsersoli und sattem Streicherklang. Begeisterter Beifall, eine Zugabe.

 

Von Michael Schäfer

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