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„Künstler und ihre Ateliers“: zu Gast bei Lilly Stehling

„Vielfalt ist mir wichtig“ „Künstler und ihre Ateliers“: zu Gast bei Lilly Stehling

Zahlreiche ambitionierte Künstler haben sich in Südniedersachsen angesiedelt. Wir besuchen sie in ihren Ateliers und stellen sie und ihre Arbeit in einer Tageblatt-Serie vor. Heute: Künstlerin Lilly Stehling.

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Experimentell und neugierig: die Göttinger Künstlerin Lilly Stehling.

Quelle: Pförter

Göttingen. Bilder in verschiedenen Formaten, Stilen und Techniken an den Wänden und auf dem Boden, figürliche Skulpturen in Speckstein, die fotografische Abbildung einer Installation mit dem Titel „blaues Gold“, ein Gipsrelief und weitere Fotoarbeiten an den Wänden. Ein Regal mit Farben und Behältern. Daneben ein Rechner, der experimentelle Filme auf eine Leinwand projiziert. Das „atelier 23“ im Hagenweg in Göttingen, in dem Lilly Stehling arbeitet, ist geprägt durch immense Vielfalt.

„Vielfalt ist mir wichtig“, sagt die Künstlerin. 1981 kam sie nach Göttingen, um Geowissenschaften zu studieren. „Mit Kunst aufgewachsen“, sei ihr früh klar gewesen, „nach dem Studium mache ich nur noch Kunst“. In einem freien künstlerischen Studium konzentrierte sich die Autodidaktin zunächst auf Malerei und Zeichnen. Mit Anregungen aus Kursen und durch Ausprobieren erweiterte sie ihr Spektrum allmählich. „Ich bin immer sehr experimentell und neugierig gewesen.“

Erste Ausstellungsanfragen kamen, später auch zu Rauminstallationen, und so sei sie „immer weiter hineingewachsen“. 1996 begründete sie das Atelierhaus im Hagenweg mit, seither ist sie auch als freischaffende Künstlerin tätig.

„Ich arbeite sehr gerne raum- und prozessbezogen“, sagt Stehling. Wichtig seien ihr auch die verschiedenen Medien, mit denen sie arbeitet, die Malerei in Öl und Acryl, die Steinbildhauerei zumeist in Kalk- und Speckstein, außerdem Objekte und zunehmend Installationen als raumbezogene Konzepte, weil sie sich gerne für Orte etwas ausdenke.

Wie beispielsweise für das „Linien-Festival“ in der Lokhalle 2010, zur Landes-Kunstausstellung im gleichen Jahr, wo sie den Hafen in Aurich in eine Installation einbezogen habe, oder bei Schauen im Künstlerhaus, wo sie unter anderem 2008 mit der Installation „Rasen-Kunst“ vertreten war oder jüngst das Gesamtkonzept „Kunst-Kanal“ am Leinebogen, mit dem sie an der Reihe „Ungewöhnliche Räume für Kunst“ beteiligt war, um nur einige der Arbeiten zu nennen, auf die Stehling verweist.

„Ich kann mich zwar an einem Thema abarbeiten, aber wenn es fertig ist, kann auch wieder etwas Neues kommen“, sagt die 54-Jährige. „Sei es eine Technik, ein Thema, ein Inhalt. Ich brauche immer neue Herausforderungen, weil sich sonst eine gewisse Langeweile einstellen könnte.“

„Ich habe immer wieder neue Ideen, aber es gibt auch Themenstränge, die ich dann längere Zeit bearbeite.“ Und weiter: „Ich brauche immer wieder einen neuen Anknüpfungspunkt, neue Themen und Ideen, die dann in verschiedenen Medien bearbeitet werden.“ Und wo geht es hin? „Es entwickelt sich eins ums andere für sich selbst“, sagt Stehling. Projekte habe sie aktuell in Planung, „diesmal experimentelle Fotografie“, auch beschäftige sie sich gerade mit einer Bilder-Serie.

Stehling ist Mitglied im Kunstvermittlungsteam des Kunstvereins Göttingen und im BBK-Bezirksvorstand. Außerdem ist sie als Dozentin für Freie Kunst in Bildungsprojekten, Kursen und in der Berufsorientierung tätig.

Von Karola Hoffmann

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