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Irmscher erklärt sich die Welt mit ihrer Kunst

Künstlerateliers in der Region Irmscher erklärt sich die Welt mit ihrer Kunst

Zahlreiche ambitionierte Künstler leben und arbeiten in Südniedersachsen. Das Tageblatt stellt die Künstler, ihre Arbeitsweise und ihre Ateliers vor. Diesmal: Christel Irmscher.

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In ihrem Atelier im Grünen: Christel Irmscher bei der Arbeit.

Quelle: Wenzel

Hevensen. Eine Idylle im Grünen am Dorfrand. 2011 ist Christel Irmscher in das „alte Schloss“ in Hevensen gezogen, und nach umfangreichen Umbauarbeiten hat sie hier Atelier und Ausstellungsräume eingerichtet. Altes Gemäuer trifft dabei auf Modernes, und die Kombination ist von einladendem Charme.

Acrylfarben, Kreiden, Tuben

Acrylfarben, Kreiden, zahlreiche Tuben und dicke Pinsel sind griffbereit auf einem stabilen Rollwagen angeordnet. Neben einem Computer-Arbeitsplatz und einem Galerieschrank ist eine Vielzahl an afrikanischen Masken und Skulpturen gruppiert. In einer Ecke stehen einige Gemälde gestapelt. An einer Malwand am Ende des lang gezogenen Raumes ist gerade ein großformatiges Triptychon in Arbeit.

Zahlreiche ambitionierte Künstler leben und arbeiten in Südniedersachsen. Das Tageblatt stellt die Künstler, ihre Arbeitsweise und ihre Ateliers vor. Diesmal: Christel Irmscher.

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„Mir ist wichtig, dass ich in meiner künstlerischen Arbeit frei bin und die Offenheit habe, mich in Ruhe auf Dinge und Prozesse einzulassen“, erklärt Irmscher, die seit 1989 als freischaffende Künstlerin tätig ist. „Ich finde es schön, wenn man sich die Freiheit nimmt, nach seinem eigenen Gusto oder eigenen Empfindungen und Schwerpunkten zu arbeiten.“

Irmscher: „Ich versuche, mir die Welt selbst zu erklären über Kunst“

Welche Fragestellungen sind der Künstlerin in ihrer Arbeit wichtig? „Ich versuche, mir die Welt selbst zu erklären über Kunst“, sagt Irmscher. Mit der Bandbreite der ihr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten versuche sie, sich der Welt anzunähern und über Kunst für sich erfahrbar zu machen. Bei alledem gebe es auch immer einen Bezug zu etwas ganz Anderem, Fremden, den sie dann in ihren Bildern, Objekten und Installationen verarbeite. „Ich will keine Inhalte illustrieren, sondern reflektieren, und die Arbeit beziehungsweise Form entwickelt sich oft aus Intuitionen.“

Was ist das Gleiche, das Fremde, was die Differenz, was das Gegensätzliche? Dies seien Überlegungen, mit denen sie sich häufiger beschäftigt habe. Tiere, Genetik, Manipulation und Vervielfältigung seien Themen und Fragen, die in ihrer Arbeit immer wieder aufkämen.

Irmscher: „Ich mache immer Bilder, die sehr raumbezogen sind“

„Ich mache immer Bilder, die sehr raumbezogen sind“, erklärt Irmscher. Anfangs habe sie mit Ölfarben gemalt, dabei Realistisches und Abstraktes zusammengestellt. Über die Jahre habe sich das Abstrakte zunehmend verselbständigt und sie sei mehr zu Raumkonzepten übergegangen. Zur Acrylmalerei ist seit 2006 die Fotografie hinzugekommen, wobei Irmscher beide Techniken kombiniert.

Fotografierte Ausschnitte der Malerei bearbeitet und verändert sie am Computer und „collagiert sie mit eigenen Fotografien und hebt damit alles auf eine andere Ebene“. Auf hochwertigem Papier gedruckt, erhielten die Arbeiten eine Siebdruck-Optik. Durch das prozesshafte, „teilweise spielerische Vorgehen“ entstehe etwas Eigenständiges.

1969 nach Göttingen gekommen

1969 nach Göttingen gekommen, arbeitete Irmscher schon während des Studiums der Kunstpädagogik in der Galerie Apex mit. Einige Jahre war sie zudem im Vorsitz der Kommission zur Organisation von Kunstmärkten rund um die Göttinger Stadthalle. Nach einer Tätigkeit als Kunstlehrerin arbeitete sie unter anderem am Landesmuseum in Braunschweig am pädagogischen Kultur- und Begleitprogramm der Niedersächsischen Landesausstellung 1985 mit. Außerdem ist sie Mitbegründerin des Roringer Kunstfestivals „Stallarte“.

Und wo soll es künstlerisch hin? „Für mich ist erst mal wichtig, dass ich jetzt wieder richtig in die Produktion komme nach einer längeren Phase in der andere Dinge wichtig waren. Hauptsache ist die Möglichkeit, wieder aktiv zu arbeiten“, sagt Irmscher.

Ausstellung von Irmscher

Werke von Christel Irmscher sind unter dem Titel "Aus Eins mach Zehn" vom 11. September bis 9. Oktober im Künstlerhaus Göttingen, Gotmarstraße 1, zu sehen.

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