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Kult-Night mit Mark Gillespie und Thomas Drost in Göttingen

Göttinger Kultursommer im Alten Rathaus Kult-Night mit Mark Gillespie und Thomas Drost in Göttingen

Irgendwo zwischen Essen und Manchester müssen sich der Sänger und Gitarrist Mark Gillespie und der Querflötenspieler Thomas Drost kennengelernt haben. Denn das sind die jeweiligen Heimatorte der Musiker. In Göttingen sind sie inzwischen bekannte Gesichter.

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Musik von Mark Gillespie und Thomas Drost bei der Kult-Night im Alten Rathaus.

Quelle: Heller

Göttingen. Der Brite Gillespie ist ein Reisender in Sachen Musik. 1992 kam er das erste Mal nach Göttingen. Seitdem ist er regelmäßiger Gast in der Stadt, ob in der Fußgängerzone, bei der Nacht der Kultur oder im Nörgelbuff. Straßenmusik ist für ihn Leidenschaft und gute Werbung für seine Konzerte zugleich. Am Sonntag trat er mit seinem langjährigen Begleiter Drost beim „Göttinger Kultursommer“ im fast ausverkauften Alten Rathaus auf.

Zuerst gibt Gillespie dem Publikum eine humorige Einweisung in seine Beatbox und Loop Station, die feste Begleiter bei seinen Konzerten geworden sind. Mit diesen elektronischen Hilfsmitteln kann er auch seine übrigen Bandkollegen bei Bedarf mit einspielen und so einen kompletten Bandsound erzeugen.

Und sie haben an diesem Abend ganz entgegen ihren sonstigen Gepflogenheiten eine Setlist mit dem Programm dabei. Diese soll im Laufe des Konzertes zu einer Art „Runnig Gag“ werden. Vorwiegend eigenes Material steht auf dem Programm. Los geht es mit „Tonight“. Ihre Musik trägt klare melodische Mainstreamzüge.

Knackige Beats begleiten den markanten leicht angerauten Gesang Gillespies. Drost setzt verspielte, wohl akzentuierte feine Improvisationen mit seinem Querflötenspiel. Äußerlich wirkt er mit seiner verschmitzten Mimik und seinen Schlapphut wie der Rattenfänger. Er hat offensichtlich viel Spaß an der Interaktion mit Gillespie und trägt dabei sprichwörtlich den Schalk im Nacken.

Überhaupt wird viel geredet zwischen den Stücken mit Witz und Wortspielereien. Und immer wieder muss die Loopstation neu programmiert werden. Dies und auch der stete Hinweis auf die Liste wirkt mit der Zeit etwas überstrapaziert. Zum Ende gibt es auch noch Bekanntes von anderen Künstlern zu hören.

Um die Spannung auf eine mögliche Zugabe zu erhöhen, spielen sie mehrfach kurz das Thema von Jethro Tulls „Locomotive Breathe“ an. Nach einer schönen Version von Stings „Shape of my heart“ endet der reguläre Set gemeinsam mit dem Publikumschor und „Supersonic Sunday“. In den Zugaben darf Drost dann endlich den Altmeister der Querflöte Ian Anderson rausholen und sie lassen die Lokomotive rollen. Mit einer Ballade und stehenden Ovationen klingt der Abend aus.

Am Sonntag, 11. Oktober, tritt Gillespie mit seinem Pink Floyd Projekt „Kings of Floyd“ im Jungen Theater in Göttingen auf.

Von Jörg Linnhoff

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