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„Kultur im Kreis“: Ensemble Trigon auf der Burg Adelebsen

Neue Ideen für alte Melodien „Kultur im Kreis“: Ensemble Trigon auf der Burg Adelebsen

Funktional geht es in heutigen Rittersälen zu. Zumindest in dem der Burg Adelebsen, der mit 120 schlichten Sitzgelegenheiten vom Schulstuhl bis zum Zeltverleih-Klapp ausgestattet wurde für das Konzert des Ensemble Trigon.

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Stimmungsvoll: Schäfer, Krauß und de Witt (von links).

Quelle: Heller

Adelebsen. Das Trio spielte auf zu einer Reise durch die europäische Musikgeschichte. Es  ließ wunderbar neu arrangiert alte Melodien erklingen. Stimmungsvoll erinnerten Holger Schäfer, Katrin Krauß und Kerstin de Witt mit ihrem Programm „Versungen sind die Lieder“ so auch an Zeiten, als sich im Adelebser Burgturm noch Ritter und Burgfrauen vergnügten. 

Im 13. Jahrhundert, um 1234, ist die Burg Adelebsen erbaut worden. Damals mögen die Minnelieder von Walther von der Vogelweide (1170-1230) dort vielleicht schon von anderen gesungen worden sein. Vogelweides „Mugget ir schouwen“ brachte am Sonntag zur Veranstaltung von „Kultur im Kreis“ das Ensemble Trigon mit. Krauß, Witt und Schäfer spielen historische Instrumente. Mit den Klängen von Keltischer Harfe, Cembalo, Violine und Blockflöten verzaubern sie.

Das gelingt ihnen, weil sie den alten Weisen das typische ihrer Zeit nicht nehmen und sie doch versiert mit heutiger Spielweise paaren. So war ganz schnell im ausverkauften Rittersaal der Bann gebrochen und das Publikum begeistert. Das nahm teil an einer musikalischen Zeitreise, die durch Deutschland, Italien, Irland und Skandinavien führte Dabei stellte Katrin Krauß so unterhaltsam wie aufschlussreich die Volkslieder und ihre Zeit dar.

Holger Schäfer, Minnesänger des Jahres 2012 und in Adelebsen lebend, singt hingebungsvoll. Das skandinavische Lied „Villeman Og Magnhild“ so variationsreich, dass der Kampf des wilden Mannes mit dem Troll vor Augen erscheint, oder das berührende „Versungen sind die Lieder“. Das ist eine Komposition, die von Peter Michael Riehm (1947-2007) stammt, und die den zeitlichen Bogen bis in die Gegenwart spannte.

Schon zur Pause ausdauernder Applaus

Mit Krauß und Witt sind zwei Musikerinnen dabei, deren Flötenspiel fasziniert. Bestens aufeinander eingespielt überzeugen sie davon, dass  Flötentöne  angenehm dominieren können. Aber sie begleiten auch Schäfers Spiel auf Harfe oder Cembalo einfühlsam, um dann auch gleichberechtigt zu erklingen.

Wandlungsfähig zeigt sich das Ensemble Trigon immer wieder. So  Kerstin de Witt , deren  Violine zur Fiddle wurde, und Krauß, die die Tin Whistle lockte, als die Musik in Irland Station machte. Mit ihren „Irish Tunes“ brachte das Ensemble Trigon furios Haus- und Pub-Lieder zu Gehör, die für Stimmung im Rittersaal sorgten.

So sehr, dass schon zur Pause der Applaus so ausdauernd war, als sei schon eine Zugabe zu fordern. Die gab es, zwei sogar, später. Zuvor noch setzten sie mit großer Spielfreude und Professionalität mit Vivaldis Sonate „La Folia“, deren Rhythmik nach einem Volkslied aus Portugal stammt, einen bemerkenswerten Schlusspunkt. Versungen waren da die Lieder eines zauberhaften Abends im Rittersaal.

„Kultur im Kreis 2014“ wird fortgesetzt am Sonntag, 12. Oktober, um 17 Uhr in der Martini-Kirche in Unterbillingshausen. Dort treten Meike Leluschko (Sopran) und Jenny Ruppik (Harfe) mit dem Programm „Dans le Jardin: Veilchen, Rosmarin, Mimosen“ auf.
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