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Auf den Spuren von Legenden

Kultursommer: August Zirner Auf den Spuren von Legenden

August Zirner ist Schauspieler - aber auch Musiker. Mit dem Spardosen-Terzett hat sich der Flötist im ausverkauften Alten Rathaus auf den Spuren der Jazz-Legenden Thelonious Monk, Charles Mingus und Rahsaan Roland Kirk bewegt.

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Eingespieltes Team: August Zirner und das Spardosen-Terzett.

Quelle: Peter Heller

Göttingen. „Monk, Mingus und Roland Kirk waren radikale Individualisten, sie waren Sprachsuchende, die Schwierigkeiten mit verbaler Kommunikation hatten. Ich habe die Nähe zur Sprache und die Sehnsucht nach Musik.“ Das Zitat von Zirner gibt vor, worum es ihm geht in seiner Aufarbeitung eines Stücks Jazzhistorie. Gemeinsam mit dem Essener Spardosen-Terzett, bestehend aus Kai Struwe (Kontrabass), Rainer Lipski (Piano) und Mickey Neher (Schlagzeug), spürt er den drei Jazz-Legenden nach. Zirner spielt mit Leidenschaft Querflöte.

Elegisches Querflöten-Solo

Vier Herren in eleganten schwarzen Anzügen betreten die Bühne. Ein elegisches Querflöten-Solo erklingt, gefolgt von einem literarischen Zitat, in das die Band mit einer beeindruckenden Fassung von Duke Ellingtons „Caravan“ einfällt, in der vor allem Neher am Schlagzeug glänzt. Zirner gibt den drei Jazz-Ikonen anhand von literarischen Skizzen aus biographischen Quellen in humorvollen, aber auch sehr tragischen Geschichten mit seiner warmen Stimme auf sehr lebhafte Art ein Gesicht.

Der seit seinem zweiten Lebensjahr erblindete und später durch einen Schlaganfall halbseitig gelähmte Saxophonist Kirk sah sich in einem Traum auf drei Saxophonen gleichzeitig spielen. Einer Legende nach sollen am Tag von Mingus’ Tod mit 56 Jahren ganz in der Nähe 56 Wale gestrandet sein. Erschreckende Aktualität hat eine Situation, in der der afroamerikanische Pianist Monk von weißen Polizisten ohne triftigen Grund mit Schlägen auf seine Hände, mit denen er sich am Lenkrad festhält, aus seinem Auto geprügelt wird.

Große Spielfreude und Virtuosität

Zwischen den Geschichten spielen sich die vier Musiker elegant mit großer Spielfreude und Virtuosität durch die Werke der drei Jazz-Heroen wie „Monk’s Mood“, „Epistrophy“, „Goodbye Pork Pie Hat“ und „Serenade to a Cuckoo“, zu dem Zirner kleine Flöten an seine Mitstreiter verteilt und damit der Interpretation einen sehr humorvollen Anstrich gibt.

Mit beeindruckender Querflötenkunst zitiert Zirner zum Ende einen Song von Ian Anderson und Jethro Tull. Anderson habe seine Spieltechnik von Kirk übernommen, erläutert er.

Der Abend endet wie er begonnen hat, mit einem Stück von Duke Ellington. Mit „In a sentimental Mood“ schickt das Ensemble ein begeistertes und gut gestimmtes Publikum nach einem sehr unterhaltsamen Abend auf den Heimweg.

Die nächste Veranstaltung beim Göttinger Kultursommer steht am Sonntag, 17. Juli, auf dem Programm. Um 20 Uhr lesen Gabriela und Michael Gwisdek aus dem Psychothriller „Nachts kommt die Angst“ von Gabriela Gwisdek. Karten gibt es unter gt-tickets.de und in den Tageblatt-Geschäftsstellen, Weender Straße 44 in Göttingen und Marktstraße 9 in Duderstadt.

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