Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Kulturzelt an der Kasseler Drahtbrücke: Saisonstart mit Nina Attal

Das Gitarrensolo lebt Kulturzelt an der Kasseler Drahtbrücke: Saisonstart mit Nina Attal

Es galt schon als ausgestorben, doch jetzt ist es wieder da, wiederbelebt von der jungen Französin Nina Attal: das minutenlange Gitarrensolo. Sie hat mit ihrer Band und einem fulminanten Konzert jetzt die Saison im Kulturzelt an der Drahtbrücke eröffnet.

Voriger Artikel
Tschaikowskys „Eugen Onegin“ in Kassel
Nächster Artikel
Kulturtipps für Göttingen von Angela Brünjes

Temperamentvoll: Nina Attal singt funky funky.

Quelle: PEK

Kassel. Attal ist 23 Jahre jung und weniger als 160 Zentimeter groß. Doch sie ist ein Temperamentbündel mit einer beeindruckenden Stimme, einer kraftvollen Soulstimme. Sie nennt Steve Wonder als Vorbild, Michael Jackson und Lenny Kravitz. Doch vieles an diesem Abend klingt so funky wie Earth, Wind and Fire in den 70er Jahren.

 

Attal ist mit Musikern unterwegs, die prächtig mit ihren Instrumenten umgehen. Zwei Bläser sind dabei, ein Trompeter und ein Saxophonist. Was die beiden an Klang beisteuern, macht aus der Kapelle eine Bigband.

 

Doch auch Attal trägt zum satten Sound bei. Denn sie ist nicht nur eine starke Sängerin mit viel Energie und Bühnenpräsenz, sie ist auch eine veritable Gitarristin, die mit großer Lässigkeit und viel Musikalität den Rhythmuspart besetzt, aber auch Soli einstreut. Die sind verspielt und manchmal auch sehr ausufernd. Einmal steigt sie mit ihrer wirklich großen Gitarre von der Bühne herab undspaziert durch die Menge, die sich vor ihr teilt, vorbei an Menschen die sie allesamt an Körpergröße überragen. Minutenlang wandert sie Gitarre spielend durch die Reihen und landet irgendwann wieder oben auf der Bühne. Natürlich unversehrt, natürlich begeistert vom Publikum gefeiert – darüber hinaus für ein Lied, das sie ohne Band und bei einigen Zeilen auch ohne Mikrophon singt. Bis in die hinterste Ecke des Zeltes schaffte sie es auch unverstärkt, weil das Auditorium andächtig zuhört.

 

Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) hatte während seiner Eröffnungsrede vor dem Konzert betont, dass wegen Anwohnerbeschwerden das Zelt jetzt so gedämmt sei, dass auf der Wiese davor kaum etwas zu hören sei. Buh-Rufe trug ihm das ein, denn das Publikum saß in den vergangenen Jahren gerne auch außerhalb des Zeltes und hörte, was sich drinnen zutrug. Das ist jetzt weitgehend vorbei.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Milchbar im Nörgelbuff