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Kunstausstellung im Alten Rathaus Göttingen

Natascha Ungeheuer Kunstausstellung im Alten Rathaus Göttingen

Natascha Ungeheuer wollte das Leben beschreiben: Weil ihr das mit Worten nicht gelang, ist sie Malerin und Zeichnerin geworden. 42 „Ölbilder 1964-2015“ der Künstlerin zeigt eine Ausstellung im Alten Rathaus. Im Göttinger Wallstein-Verlag ist ein Werkverzeichnis ihrer Ölbilder erschienen.

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Im Alten Rathaus Göttingen sind bis zum 6. März Kunstwerke von Natascha Ungeheuer zu sehen.

Quelle: Heller

Göttingen. In ihren Bildern ist vieles zu erkennen, manches Motiv erinnert an andere Künstler.

Aber Vergleiche  mag Natascha Ungeheuer nicht. Es sind ihre plakativen Bilder, es ist ihr Stil, den sie vom nervösen  zum präzise, fein ausgearbeiteten Strich entwickelt hat. Dieser ist für ihr Werk seit etwa 1970 charakteristisch.

Die Berliner Künstlerin, die aus Süddeutschland stammt und lange Zeit neben Berlin auch in Worpswede gelebt hat, ist auf ihre Weise einzigartig. Sie lehnt den klassischen Kunstbetrieb ab: hat auf eine Ausbildung, nachdem sie Tanz- und Lehramtsstudium absolviert hatte, im künstlerischen Bereich verzichtet und entzieht sich den Marktgesetzen des Kunstbetriebes.

Dass ihre Ölbilder, aber auch Aquarelle und Zeichnungen im Alten Rathaus in der Ausstellung des Fachdienstes Kultur der Stadt Göttingen zu sehen sind, hat mit dem Wallstein-Verlag zu tun, in dem 2014 ein Werkverzeichnis ihrer 158 Ölbilder erschien. Sowohl dieser wuchtige, hochwertige Katalog als auch die Präsentation im Rathaus machen eine Zeitreise möglich. Denn wer das Leben abbildet, bringt auch politische Aspekte ein.

Natascha Ungeheuer: Kunstausstellung im Alten Rathaus Göttingen. © Heller

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Was die Diskussion bewegte, hat auch Ungeheuer thematisiert: Nachrichtensperre, Raketeneinsatz, Terrorwarnungen, Schrottimmobilien oder Armut und Reichtum. Und dazu immer wieder ihre persönlichen Lieblingsmotive: Fische, Türme, Waschmaschinen, Geldscheine, Blütenpracht oder Uhren. Wer sich auf ihren naiv wirkenden Stil und ihre anfangs wie Fantasiewelten erscheinenden Motive einlässt, geht auf eine wunderbare Entdeckungsreise.

„Ich will etwas ausdrücken, will das Leben beschreiben“, sagte Natascha Ungeheuer nach der Eröffnung der Ausstellung in Göttingen am Sonnabend. Mit Worten, habe sie früh festgestellt, werde ihr das nicht gelingen. Nun malt sie seit Jahrzehnten schon von oben links beginnend bis nach unten rechts ihre Bilder, „so wie man schreibt“.

Die Ausstellung „Ölbilder 1964 – 2015“ von Natascha Ungeheuer im Alten Rathaus, Markt 9, ist dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet (bis 6. März).  

Info

Natascha Ungeheuer: „Werkverzeichnis Ölbilder 1964-2013“. Wallstein-Verlag 2014, 348 Seiten, 160 Abbbildungen, 39,90 Euro

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