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Kunstverein Göttingen präsentiert Arbeiten von Fiete Stolte

Spiel mit Gegenläufigem Kunstverein Göttingen präsentiert Arbeiten von Fiete Stolte

„Wenn´s kribbelt, stehen Sie zu nah an den 9000 Volt“, hat Fiete Stolte am Sonntag die Gäste der Vernissage seiner Ausstellung im Göttinger Künstlerhaus gewarnt. Zu sehen ist dort die erste institutionelle Einzelausstellung des Berliner Künstlers.

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Quelle: Heller

Göttingen. Mit offensichtlich nicht unerheblichem Budget wurden dabei die Ausstellungsräume in der Oberen Galerie so umgestaltet, dass die sieben Objekte und Installationen der Ausstellung „Hotel Absence“ ihre Wirkung in besonderer Weise entfalten können.

Das Spiel mit Gegensätzen und Gegenläufigem, mit Offensichtlichem, Verstecktem und Abwesendem beschäftigt Fiete Stolte besonders. Die Arbeit „This is Not the Embassy of Absence“ etwa bricht die titelgebende Schrift aus Leuchtstoffröhren mittels verdeckter Abschnitte, so dass zunächst die Aufmerksamkeit auf scheinbar bedeutungslose Striche und Buchstabenteile gelenkt wird. Erst bei gemeinsamer Wahrnehmung der grell leuchtenden und der dunklen Buchstabenteile erschließt sich die Begrifflichkeit. Zu dicht herangehen sollte man dabei aber, die Warnung des Künstlers beachtend, besser nicht.

Mit Doppelbödigkeiten spielt Stolte auch im Abguss seiner Hand mit dem Titel „Drawing into the Space“, wofür er eigens eine Technik entwickelt hat, um Graphit entsprechend gießen zu können. Im matt glänzenden Material zeigen sich feinste Zellstrukturen und Äderchen. Platt und spiegel-glänzend dagegen ist einzig der Zeigefinger der Hand, derjenige Teil – so der Künstler in seinen Erläuterungen –, mit dem man typischerweise zuerst Dinge ertastet und berührt. Erinnern könnte dies die Ausstellungsbesucher allerdings auch an die durch unzählige Berührungen von Touristen glänzend polierten Zehen oder Ecken berühmter Skulpturen im öffentlichen Raum.

Arbeiten rund um Stoltes persönliche Neuinterpretationen des Zeitbegriffs runden das thematische Feld der Ausstellung „Hotel Absence“ ab, etwa die Installation „Window“. Hier zeichnet ein mit Leuchtstoffröhren begrenztes Fenster mit der An- und Ausschaltung des Lichts Stoltes achttägigen Wochenverlauf nach, direkt gegenüber von einem geöffneten Fenster des Künstlerhauses, durch welches der bekannte Ablauf von Tag und Nacht als Kontrast gesetzt wird.

Von Isabel Trzeciok

Die Ausstellung ist im Künstlerhaus Göttingen, Gotmarstr. 1, noch bis zum 2. August zu sehen. Öffnungszeiten sind dienstags bis freitags von 14 bis 18 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 11 bis 17 Uhr.
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