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Kunstwerke des Monats Dezember: Diebe in der Ausstellung

Kunstsammlung der Universität Kunstwerke des Monats Dezember: Diebe in der Ausstellung

Jeden Monat präsentiert die Kunstsammlung der Universität im Alten Auditorium ein oder mehrere Objekt aus ihren Beständen. Die Auswahl wird mit einem Vortrag vorgestellt. Diesmal: Geraubte Kunst: Die „Kreuztragung“ von Jan Brueghel dem Älteren oder einem Nachahmer.

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Gestohlen und verschollen: „Die Kreuztragung“.

Quelle: EF

Göttingen. Tatort Göttingen, 26. Januar 1973. Zwei Männer geben sich als interessierte Besucher der Kunstsammlung aus, lenken den Aufseher ab, kneifen die Schrauben einer verschlossenen Vitrine durch, lösen ein Gemälde aus dem Rahmen und ersetzen es durch eine billige Farbreproduktion eines anderen Kunstwerks. Gestohlen wurde damals das kleinformatige, auf Kupfer gemalte Ölgemälde von der Hand des flämischen Malers Jan Brueghel d. Ä. oder eines Nachahmers.

Das aus der Gottorfischen Kunstkammer stammende Bild gelangte mit dem Nachlass des Celler Juristen Johann Wilhelm Zschorn 1796 nach Göttingen. Es zeigt die Kreuztragung Christi eingebettet in eine römische Stadtlandschaft, die insbesondere durch den charakteristischen Turm in der linken Bildhälfte, die sogenannte Torre delle Milizie, und das im Hintergrund aus dem Stadtbild emporragende Pantheon als römische Kulisse identifiziert werden kann.

Das Motiv der Torre delle Milizie konnte Brueghel direkt in Rom studiert haben, wo er sich in den Jahren 1592 bis 1595 aufhielt. Die getreue Übernahme des Motivs und des Blickwinkels legt indes die Vermutung nahe, dass die Komposition nach einer Zeichnung von Matthijs Bril entstanden ist.

Das Gemälde ist nach wie vor verschollen, die Fahndung nach den Tätern längst eingestellt und der Anspruch auf Herausgabe des gestohlenen Gemäldes nach 30 Jahren inzwischen verjährt. Nicht zuletzt aus diesem Grund lohnt es sich, wiederholt auf den Diebstahl aufmerksam zu machen, um so Hinweise auf den Verbleib des Kunstwerks zu erhalten.

Von Lisa Marie Roemer

Die Autorin ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kunstgeschichtlichen Seminar der Georg-August-Universität Göttingen.

Sie stellt das Werk am Sonntag, 7. Dezember, in der Uni-Kunstsammlung, Weender Landstraße 2, in Hörsaal 11 vor. Ihr Vortrag beginnt um 11.30 Uhr.

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