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La Vela Puerca aus Uruguayzu Gast in der Musa Göttingen

Musik mit Körperkontakt La Vela Puerca aus Uruguayzu Gast in der Musa Göttingen

Die Legende, die geht so: Vor 19 Jahren spielten ein paar Musiker vor der Bar eines Freundes. Jemand filmte dieses Konzert und schickt das Video ohne Wissen der Band an einen öffentlich-rechtlichen Fernsehsender, der gerade einen Bandwettbewerb veranstaltete. Prompt erhielten die Musiker einen Plattenvertrag und veröffentlichten ihr Debütalbum „Deskarado“.

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Gute Entertainer und großartige Gastgeber: die Sänger der Band La Vela Puerca aus Uruguay.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Heute füllen La Vela Puerca in ihrer Heimat Uruguay ganze Stadien. Auch in Deutschland haben sie auf großen Bühnen gespielt als Vorband von „Die Ärzte“ oder „Die Toten Hosen“ und natürlich auf Dutzenden Festivals. Die Musa ist im Vergleich dazu ziemlich klein. Auf die Bühne passen die neun Musiker gerade so, dass sie sich nicht gegenseitig im Weg stehen.

Als die Band die Bühne betritt, wird sie mit Jubel empfangen. Sofort ändert sich spürbar die Stimmung im Raum. So richtig tanzen wollen die Göttinger aber nicht.

La Vela Puerca waren schon oft zu Gast in Göttingen, zuletzt 2013. „Wir sind zurück mit weißen Herren“, sagt Sänger Sebastián Cebreiro, verweist auf seine Bartstoppeln und meint wahrscheinlich die grauen Haare am Kinn. Das mit den Herren wäre aber auch nicht ganz falsch.

Auch der zweite Sänger, Sebastián Teysera, gibt sich große Mühe mit der deutschen Sprache. Er sagt „Gutten Aben“, bekundet wie wohl er sich in Göttingen fühlt und bedankt sich immer wieder. Beide haben dabei ein breites Grinsen im Gesicht. Ihnen macht das ganze offensichtlich großen Spaß. Die Sänger sind damit nicht nur gute Entertainer, sondern auch großartige Gastgeber.

So wird dem Publikum auch Cebreiros Bruder Manolo vorgestellt, der direkt Lionel Ritchies kitschiges „Say You, Say Me“ anstimmt. Beim Publikum kommt das zu seiner Überraschung besser an als gedacht. Trotzdem wird schnell zurück zum Ska gewechselt und Bruder Manolo bleibt noch für ein paar Lieder auf der Bühne. Derweil verwandelt sich die Musa zur Disco, inklusive Discokugel, und auch die Göttinger fangen langsam an zu tanzen.

Bekanntlich ist es auf der Bühne am heißesten, deswegen haben die Musiker Ventilatoren aufgestellt und als die Band die langsame Nummer „Ves“ anstimmt, wehen Teyseras langen Locken im Wind, wie in einem Softrock-Musikvideo der 90er Jahre. Die zauberhafte Querflöte in dem Stück verstärkt diesen Eindruck um ein Vielfaches.

La Vela Puerca ist eine Band, die selbst zu ihrer Musik feiern kann. Egal, ob zu den neuen Liedern des mittlerweile achten Studioalbums „Érase“, oder zu Klassikern, wie „El Viejo“, „Zafar“ oder „Va a Escampar“. Die beiden Sänger suchen auf der Bühne immer wieder den Körperkontakt zueinander, und so wird auch schon mal ein Küsschen auf die bärtige Wange gedrückt.

Pünktlich zum letzten Lied haben die Göttinger dann ihren Takt gefunden und tanzen und pogen nun doch noch ausgelassen. Zum Glück ist es dann aber nicht vorbei und La Vela Puerca kommen zu einer 20-minütigen Zugabe zurück auf die Bühne. Anschließend gibt es eine Gruppenumarmung und eine glückliche Band.

Von Serafia Johansson

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