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Lea Porsager bereitet Ausstellung in Göttingen vor

Altes Rathaus Lea Porsager bereitet Ausstellung in Göttingen vor

„Ring-Pass-Not“ – so heißt die Ausstellung von Lea Porsager, die am Sonntag, 1. November, im Alten Rathaus eröffnet wird. Der Kunstverein organisiert die Schau, die die erste institutionelle der 1981 geborenen dänischen Künstlerin ist. Zur Documenta 13 war sie allerdings schon eingeladen.

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Esotherischer Ursprung: die 81 Facetten des Denkens, umgesetzt von Lea Porsager.

Quelle: Rowland

Göttingen. Porsager ist sehr quirlig an diesem Dienstagabend. Den Tag über hat sie mit Kuratorin Kordula Fritze-Srbic, dem Kunstvereinsgeschäftsführer Helmut Wenzel und Helfern ihre Ausstellung aufgebaut. Fertig ist die Schau zwar noch nicht, doch es gibt schon einiges zu sehen.

 

Gleich im ersten Raum liegen bumerangartige Metallobjekte neben wuchtigen Stahlkörper, die an einem Ende bedrohlich spitz zulaufen. Mit einem Wortschwall auf Englisch erklärt Porsager den Hintergrund. Sie beruft sich auf das Buch „Thought-Forms“ von Annie Besant und C. W. Leadbeater, erschienen 1901. Darin geht es um Gedankenformen, die sich tatsächlich durch den Raum und Zeit bewegen. Im Gespräch mit einem jungen Mann, der kein Englisch konnte, habe sie die Bumerangformen plötzlich auf ihren Beinen liegen gespürt. Und da klärt sich auch der Bezug zum Titel der Ausstellung. „Ring-Pass-Not“ bezeichnet in der esotherischen Literatur all das, was sich mit heutiger Wissenschaft nicht erklären lässt.

 

Porsager schlägt einen großen Bogen zwischen Wissenschaft, Politik, Feminismus und Esotherik. Mit Quantenphsyik und den Atommodellen ihres Landesmannes Nils Bohr hat sie sich befasst, mit Hirnforschung und Philosophie. Sie räsoniert über Veränderungen unseres Denkapparates in den vergangenen 100 Jahren und seiner permanenten Überlastung. Sie zitiert Sciencefiction des armenischen Mystikers Georges  I. Gurdjieff, der Menschen Energie abzapfte, um sie dem Mond zuzuführen.

 

Betten spielen in Porsagers Ausstellung eine Rolle. Eines sei dem des Künstlers Don Judd nachempfunden, sagt sie. Bei ihr wird es zum Planck-Bett in Erinnerung an den Physiker Max Planck.

 

Und warum das alles? Porsager sucht nach einem neuen Blick auf die Welt, nach neuen Werkzeugen, um zu erfassen, was bislang nicht fassbar ist. Ein groß dimensioniertes Vorhaben.

 

Fotografieren lassen wollte sich  die selbstbewusste Künstlerin übrigens  nicht. „Meine Kunst soll im Vordergrund stehen, nicht ich – und ich mag es nicht, fotografiert zu werden.“

 

Die Ausstellung „Ring-Pass-Not“ von Lea Porsager wird am Sonntag, 1. November, im Alten Rathaus, Markt 9 in Göttingen, eröffnet. Die Vernissage beginnt um 11.30 Uhr. Die Schau läuft bis Sonntag, 20. Dezember, und ist dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

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