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Leben – Jetzt! Nur wie?

„Man lebt nur einmal“ Leben – Jetzt! Nur wie?

Es geht um das Spannungsfeld zwischen einem Leben nach Lust und Laune und den mehr oder weniger sinnvollen gesellschaftlichen Konventionen. In „Man lebt nur einmal“, einem Stück von Moss Hart und George Simon Kaufmann, werden die Gegensätze durch zwei überspitzt unterschiedliche Familien dargestellt.

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Liebenswürdige musikalische Epoche

Turbulentes Treiben: Rheba (Viktoria Fitz) und Tanzlehrer Boris Kolenkhov (Heiko Siebert).

Quelle: Opitz

Wie Romeo und Julia stehen ihre verliebten Kinder Alice (Anna-Christina Boell) und Tony (Jan Hendrik Huttanus) dazwischen. Komik und Ernst der Situation waren am Mittwochabend bei der Premiere des Stücks im studentischen Theater im OP (ThOP) zu erleben.
Das Ensemble um Regisseur Klaus-Ingo Pißowotzki versetzt das Stück, das auch als Verfilmung aus den späten 1930er Jahren mit James Stewart bekannt ist, in die 1970er Jahre. Zwischen einem sehr gelungenen Bühnenbild voll Nippes, Hippie-Romantik und mit Schlangenterrarium spielt sich das turbulente Leben von Alices Familie, den Sycamores, ab: Ein Haufen meist liebenswerter, teils ein wenig rätselhafter Exzentriker, die mit großer Hingabe ihre ausgefallenen Hobbies pflegen.
Gerade die kleineren Rollen im Sycamore-Clan wie der Tanzlehrer Kolenkhov (Heiko Siebert) oder die arbeitslose Donna (Jennifer Traum) werden umwerfend komisch und stimmig gespielt. Wie schmal der Grat hier ist, zeigt sich im Vergleich zwischen der irrwitzig komischen dauerbesoffenen Schauspielerin Gay Wellington (Sina Nutzhorn) und einem dann doch ins Klamaukige abdriftenden Chor, der in Zwischenszenen und als FBI-Team auftritt.
Als die Sycamores mit Tonys Familie, den gediegenen Wall-Street-Unternehmern von Kirby & Co., zusammentreffen, knallt es erwartungsgemäß. Und zunächst zeigen beide Seiten kaum ernsthaftes Verständnis füreinander. Der Schluss, dass aber gerade die Akzeptanz von Unterschieden und anderen Lebensmodellen im Zusammenleben wichtig ist, hebt das Stück auf eine zeitlose Ebene. Man lebt nur einmal, und zwar jetzt. Darüber sind sich am Ende alle einig. Das Wie ist unterschiedlich und lebt von der Neugier auf Neues und Anderes. Das zeigt auch die Inszenierung im ThOP deutlich.
Weitere Vorstellungen: 8., 9., 12., 14., 15., 16., 19., 21. und 23. April um 20.15 Uhr im Theater im OP, Käthe-Hamburger-Weg 3 in Göttingen. Karten gibt es unter der Telefonnummer 05 51 / 39 70 77.

Von Isabel Trzeciok

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