Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Lebensgefühl der 68er

Literaturherbst Lebensgefühl der 68er

Ernst Tischler ist auf dem Weg ins Fernsehstudio einer Kochshow. Aber von dem Gast und seinen Kochbüchern hat zumindest der Assistent der Show noch nie gehört. Aber sie läuft schon einige Jahre. Da können nicht immer neue A-Prominente eingeladen werden.

Voriger Artikel
Der Riese von Oggersheim
Nächster Artikel
Friedrich II: Herr über die Herzen?

Den Wandel der Zeit im Blick: Schriftsteller Joachim Geil.

Quelle: EF

Der Moderator ist mit seiner Show in die Jahre gekommen. Und ein in die Jahre gekommener Mann ist auch Tischler.

Ein wenig verwirrt, ein wenig inkontinent, ein bisschen geschwätzig: So erlebt ihn der Leser auf seinem Weg ins Studio.  Es ist der Anfang des neuen Romans von Joachim Geil: „Tischlers Auftritt“. Und während der Auftritt näher rückt, blickt Tischler zurück. Auf seine Zeit an der Frankfurter Uni, als er bei dem Professor mit den „Knopfaugen“ studierte: den „ersten Vater, den du dir ausgesucht hattest“. Und auf Ursula, die ihn beeindruckte mit ihrem politischen Engagement, unerreichbar schien und doch seine Freundin wurde. Die 68er-Bewegung, zu deren Teil er wurde, spult sich noch einmal vor seinen Augen ab. Aber der Professor stirbt, ganz plötzlich. Und Ursula radikalisiert sich, „Gräben“ treten zwischen sie.

Geil erzählt vom Lebensgefühl der 68er. Und er erzählt vom Wandel der Zeit. Vom Älterwerden und davon, dass Dinge vergehen. Er tut dies sehr einfühlsam und mit großem Gespür für Nuancen. Nach dem vielbeachteten Debütroman „Heimaturlaub“ ist dem Kölner ein weiterer großer Wurf gelungen.

Joachim Geil: „Tischlers Auftritt“. Steidl, 480 Seiten, 22 Euro. Der Autor präsentiert das Buch im Rahmen des Literaturherbstes am Mittwoch, 17. Oktober, um 19 Uhr im Alten Rathaus, Markt 9. Kartentelefon: 05 51 / 49 98 02 0.

tw

Voriger Artikel
Nächster Artikel
NDR2-Soundcheck: Statements von der Open City Stage am Sonntag