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Lesung aus Reiseberichten in Göttinger Paulinerkirche

Literaturfest Niedersachsen Lesung aus Reiseberichten in Göttinger Paulinerkirche

Mit einem fünf Jahrhunderte überspannenden Reigen von Textpassagen aus Berichten von Reisenden und Entdeckern hat am Mittwoch das Literaturfestes Niedersachsen in der Göttinger Paulinerkirche Station gemacht. Titel der Lesung: „Auf Expedition: Abenteurer, Forscher & Phantasten“.

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Szenische Lesung mit Wolfram Koch und Frank Arnold.

Quelle: Vetter

Göttingen. Die Schauspieler und Dramaturgen Frank Arnold und Wolfram Koch hauchten den Texten von Autoren wie Georg Forster, Thor Heyerdahl oder Roger Willemsen Leben ein.

Für die Dramaturgie des Abends zeichnete Frank Arnold verantwortlich. Dabei setzte er auf thematische Schwerpunkte wie Texte zu Reisen zu den Osterinseln und den Wettlauf zum Südpol, spannte aber auch den Bogen von eigenen Berichten der Reisenden bis hin zu solche Reisen reflektierenden Texten wie denen von Stefan Zweig, der sich dort unter anderem mit Magellan auseinandersetzt. Auf diese Weise gelang es, unterschiedliche und sich verändernde Wahrnehmungen von bestimmten Ereignissen und Menschen zu zeigen.

Den besonderen Bezug zu Göttingen bildeten Texte von Georg Forster, der darin von seinen Reiseaktivitäten in der Südsee mit James Cook berichtet. Ihre „Reise-Mitbringsel“ sind nach wie vor in der Cook/Forster-Sammlung des Ethnologischen Instituts zu bewundern.

Als Abenteurer und Helden schildern sich einige der Autoren, als hinreißende Karikatur solcher Personen gelingt Helge Schneider die verlesene Passage „Am Pol“ aus seinem Buch „Globus Dei“. Arnold und Koch schafften es in ihrem Vortrag, den unterschiedliche Reisenden und Autoren in ihrer besonderer Situation gerecht zu werden, sie verkörperten heroische Inszenierungen wie Antonio Pigafettas Bericht zu Magellans Tod ebenso wie berührend-tragisch berichtete letzte Stunden aus dem Tagebuch zur Südpolexpedition von Robert Falcon Scott.

Der Abend zeigte deutlich: Auf Expedition ist Platz für große Träume, für große Niederlagen und vor allem für ganz viel Fantasie – sowohl vonseiten der Autoren als auch der Leserschaft.

Von Isabel Trzeciok

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