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Lesung und Konzert mit Höck und Shaker in Göttingen

1001 Nacht in Andalusien Lesung und Konzert mit Höck und Shaker in Göttingen

Jahrhundertelang lebten Muslime mit Juden und Christen in Andalusien friedlich und produktiv zusammen, erzählen Jane Höck und Hossam Shaker. Fasziniert davon zogen die Hörfunkjournalistin und der Musiker für ein Jahr ins andalusische Granada. Im GDA-Stift in Göttingen berichteten sie von ihren Erlebnissen.

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Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Stickig und heiß war es im Veranstaltungssaal, obwohl die Klimaanlage auf Hochtouren lief. 110 Menschen waren gekommen, neben Bewohnern des Stifts auch viele Gäste. „Jetzt ahnen Sie, warum die Südspanier Siesta, Mittagsschlaf, halten“, erklärte die gebürtige Kölnerin Höck. Die Hitze habe auf der iberischen Halbinsel auch ihr und ihrem ägyptischen Mann zu schaffen gemacht, bekannte sie.

Als träge erlebte das Ehepaar, das heute im kleinen Ort Arenborn zwischen Adelebsen und Oberweser lebt, die Andalusier jedoch nicht nur zur Mittagszeit. Zur allgemeinen Antriebslosigkeit habe wohl auch das Marihuana beigetragen, dass in Südspanien von vielen geraucht werde, vermutet Höck. Mit schöner, voller Stimme las sie aus ihren Erinnerungen an die Zeit 2011/12 vor.

Überall in Gärten und auf Balkonen hätten die Bewohner Granadas indischen Hanf gezogen, berichtete die Journalistin. Sie begleitete eine Großmutter, die ein Baby im Kinderwagen durch die Gassen fuhr und gleichzeitig Drogen an Passanten verkaufte. Die Senioren lachten.

Die Antriebslosigkeit ging dem Ehepaar bald auf die Nerven. Es war nach Andalusien gekommen, um mit interkulturellen und interreligiösen Veranstaltungen das goldene Zeitalter aufleben zu lassen. Shaker hatte bereits in Kairo und Alexandria solche Festivals ausgerichtet.

Das Ehepaar knüpfte Kontakte zu Flamenco-Gitarristen, die der Volksgruppe der Roma angehörten, sie standen mit Uni-Dozenten in Kontakt, verkehrten unter den Marokkanern, die in Granada leben. Die Menschen reagierten begeistert, doch alle Versuche gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen, scheiterten an der chronischen Unzuverlässigkeit, bedauert Höck.

Shaker begleitete die Lesung seiner Frau auf der orientalischen Zither Kanun, deren Ursprünge bis in pharaonische Zeit reichen sollen. Jazzig ist sein Spiel, das er mit Elementen des Flamenco bereichert. Der Musiker zeigte zudem Dias aus Südspanien: weiße Häuser, die sich an Hänge schmiegen, die atemberaubende Sierra Nevada mit ihren schneebedeckten Gipfeln, die Olivenhaine und Kaktusfeigen – ein wunderschönes Programm.

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