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„Let’s Swing“: Göttinger Symphonie Orchester und Uni-Bigband XYJazZ

Musik-Abenteuer „Let’s Swing“: Göttinger Symphonie Orchester und Uni-Bigband XYJazZ

Third Stream – dritte Strömung: So nennt sich die Musikrichtung, die Klassik und Jazz vereint. Hier die glitzernden Klangfarben eines Orchesters und dort die explosive Improvisationsfreude des Jazz. Das Göttinger Symphonie Orchester wagte dies beim 3. Promenadenkonzert am Freitag.

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Glitzernde Klangfarben, explosive Improvisationsfreude: Uni-Bigband und das GSO.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Unter dem Titel „Let’s Swing“ spielte es mit der Uni-Bigband XYJazZ in der ausverkauften Stadthalle. Selbstbewusst hatte sich das Orchester Werke der Bigbands von Count Basie und Duke Ellington aufs Programm gesetzt – zwei der heißesten Bands der Swing-Ära. Das GSO meisterte die Herausforderung brillant.

Ein Ellington-Medley eröffnete den Abend und zeigte die Chancen dieser Klassik-Jazz-Fusion. Das Orchester unter der Leitung von Christoph-Mathias Mueller schenkte den Swing-Klassikern neue Klangfarben: sanfte Streicher, samtige Bläsersätze, eine funkelnde Oboe und zart gezupfte Kontrabässe.

Das hohe Niveau des GSO zeigte sich besonders bei den Count-Basie-Titeln im Zusammenspiel mit der Bigband unter Leitung von Detlef Landeck. Hier verschmolzen beide Klangkörper und das Orchester spielte druckvolle Nummern wie „One O’Clock Jump“ oder „Tree Frog“ überragend, spritzig und schwungvoll – halt auf Augenhöhe mit der Bigband.

Die durch die Orchester-Bläser erweiterten Bläsersätze ließen die Werke wärmer, tiefer und voller klingen. Die klassische Perkussion brachte Dramatik in die Stücke. Hut ab vor dem 2. Konzertmeister Wojtek Bolimowski, der die Titel arrangiert hatte.

Euphorisch applaudierendes Publikum

Nur wenn die Streicher gelegentlich überhandnahmen, wünschte man sich mehr orchestereigene Klangfarben wie die des Fagotts, der Celli und Hörner oder der Pauken.

Die Bigband alleine präsentierte den Glenn-Miller-Klassiker „In the Mood“ oder „Four Brothers“ der Woody-Herman-Band - mit effektvollem Solo vom GSO-Klarinettisten Manfred Hadaschik als Woody Herman. Drei Titel würdigten die Thad Jones/Mel Lewis-Bigband der 60-/70er Jahre – und verließen damit die klassische Swing-Ära. Überragende Solisten waren Saxophonist Matthias Waltert, Posaunist Fabian Haller sowie Trompeter Andreas Parth.

Jazz-Sängerin Hanna Carlson brillierte im zweiten Teil des Abends: Temperamentvoll überzeugte sie mit Hits von Frank Sinatra und einem amüsanten „It’s Oh So Quiet“. In der zweiten Zugabe sang sie den Klassiker „We’ll be together again“.

Genau: Von einer Neuauflage dieses Abends wäre das euphorisch applaudierende Publikum sicher begeistert. Vielleicht dann mit modernen großorchestralen Werken von Stan Kenton, Gunther Schuller oder Gil Evans. Der Klassik-Jazz-Mix ist ein Sprungbrett in viele Musik-Abenteuer.

Von Udo Hinz

„Let‘s Swing“ spielen das GSO und XYJazZ auch am 3. März in Alfeld und am 4. April in Uslar.
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