Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Lieder, die das Leben schrieb

Protestsänger im Deutschen Theater Lieder, die das Leben schrieb

Voll ist es am Montag im Keller des Deutschen Theaters (DT). Die kurdische Studentengemeinschaft wirbt für ihre Sache. Cetin Oraner tritt auf. Er kam als Kind politischer Flüchtlinge 1974 nach München. Dort sitzt der 42-Jährige für Die Linke im Stadtrat. Nach Göttingen kommt er als Protestsänger.

Voriger Artikel
Eigenartig in der Stadthalle Göttingen
Nächster Artikel
Schaulaufen der Kulturszene

Cetin Oraner ist Protestsänger aus Bayern mit türkischen Wurzeln.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Als erstes das Geständnis: „Ich bin kein Kurde, ich bin Türke.“ Niemand zeigt sich überrascht. Warum auch? Oraner ist über jeden Zweifel erhaben, ein Streiter für die Gerechte Sache, in diesem Fall die der Kurden in der Türkei, die der Jesiden, die der Aramäer, die der Armenier. Die Liste ist lang, aber sicher nicht vollständig. All diese Menschen hatten im Laufe der Jahrhunderte vornehmlich unter den Türken zu leiden. So stellt es Orhan dar. Dann singt er die Lieder der Geknechteten. „Warum klingen sie immer so traurig“, zitiert der Sänger Besucher vorhergegangener Konzerte. Oraners Antwort: „Lieder werden vom Leben geschrieben.“

Irgendwann lädt er dann seine Gastgeber ein. Zu den kurdischen Studenten gewandt ruft er: „Ich weiß, ihr wollt tanzen. Dann tanzt doch.“ Für ein Lied folgen einige seiner Aufforderung. Doch eigentlich geht es an diesem Abend um anderes. Oraner tritt ein „für den frieden, für eine bessere Welt.“ gegen das Bombardement auf kurdische Städte, die keinen eigenen Staat wollten, sondern sich nur selbst regieren, erklärt Oraner. Und für singt er. Kampflieder aus dem 20. Jahrhundert wie „Bella Ciao“, Partisanenlieder und „Was wollen wir trinken“. Erinnerungen an die 1960er-Jahre und die Studentenbewegung werden wach, an Kämpfe auf den Barrikaden. Oraner und seine Gitarre halten die Erinnerung lebendig.

Begrüßt wurde das Publikum übrigens von dem Göttinger „Piraten“-Politiker Meinhart Ramaswamy. Sinn der Reihe mit ausländischen Musikern im DT sei es, Menschen anderer Kulturen besser kennenzulernen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Milchbar im Nörgelbuff