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Liederabend „Brahms und Ritmüller“

Tafelklavier im Göttinger Stadtmuseum Liederabend „Brahms und Ritmüller“

Einen Liederabend, der Göttinger Musikgeschichte behandelte, haben Susanne Krumbiegel und Michael Schäfer am Sonnabend bei ihrem Konzert „Brahms und Ritmüller“ im Tapetensaal des Städtischen Museums gegeben. Dabei war mit dem Tafelklavier ein Museumsstück im Einsatz.

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Liederabend mit Susanne Krumbiegel und Michael Schäfer.

Quelle: Strassen

Göttingen. Susanne Krumbiegel und Michael Schäfer haben am Sonnabend bei ihrem Konzert „Brahms und Ritmüller“ den Tapetensaal des Städtischen Museums Göttingen mit Gesang und den Klängen des neu restaurierten Tafelklaviers gefüllt. Das Außergewöhnliche: Die Stücke waren nicht zufällig aneinander gereiht, sondern haben Geschichte erzählt: Die Geschichte von Johannes Brahms, der 1858 nach Göttingen kam und sich in ein Mädchen, Agathe von Siebold, verliebte. Nach mehreren Wochen voller Leidenschaft ging Brahms nach Detmold, dort leitete er einen Chor und gab Klavierunterricht. Doch Agathe und er schrieben sich Briefe, denen Brahms häufig selbst komponierte Lieder beilegte. Die Lieder drückten unüberhörbar die Liebe und Sehnsucht aus, die die Beiden für einander empfunden haben müssen.

Die Leipziger Altistin sang gut verständlich und mit dezentem Vibrato, während der Göttinger Pianist auf dem Tafelklavier der Firma „Ritmüller und Söhne“ begleitete und zwischen den Stücken die historischen Hintergründe darstellte. Spätestens als am Ende des Abends „Scheiden und Meiden“ und Texte wie „Ach könnt ich, könnte ich vergessen sie“ erklangen, wurde klar, dass die Hoffnung auf ein Happy End umsonst war: Brahms wollte Agathe nicht heiraten, woraufhin sie den Kontakt abbrach.

Reise in das Göttingen des 19. Jahrhunderts

Die 70 Zuhörer wurden mitgenommen auf eine Reise in das Göttingen des 19. Jahrhunderts, greifbar gemacht durch das Auftauchen bekannter Straßen und Häuser in den Erzählungen Schäfers. Der Tapetensaal und das Tafelklavier als sicht- und hörbare Elemente des Konzertes sprachen dabei für sich.

Der musikalische Spiegel der Liebe eines Mädchens aus Göttingen und eines Mannes, der einmal zu den berühmtesten Komponisten des Jahrtausends zählen würde, musste jeden im Raum mitnehmen und berühren. Das Konzert war originell und emotional, weil die Darbieter Lieder und Lokalgeschichte gekonnt verbanden. Das wurde auch am Ende durch das Publikum mit viel Applaus und dem Wunsch nach weiteren Abenden dieser Art gewürdigt.

Von Katrin Strassen

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