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„Lilly among clouds“ zu Gast im Apex

Tief, kehlig, brüchig „Lilly among clouds“ zu Gast im Apex

Elisabeth Brüchner alias „Lilly among clouds“ aus Würzburg singt, spielt Klavier und komponiert tiefgreifende Popsongs. Ein gewonnener Wettbewerb bescherte ihr ein Jahr später einen Gig in Finnland vor 10 000 Zuschauern in einer Eishockeyhalle. Eine Clubtour führte sie nun auch in den Kulturclub Apex.

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Jung, charmant und kraftvoll: Elisabeth Brüchner ist „Lilly among clouds“.

Quelle: Wenzel

Göttingen. „Lilly among clouds“ eröffnet in diesem Monat einen kleinen Reigen von Konzerten junger Singer-Songwriterinnen in Göttingen. Es folgen in Kürze noch Hannah Rottkehlchen im Dots und Hannah Epperson im Nörgelbuff. Allen drei gemein ist, dass sie neue Wege weg vom traditionellen Songwritertum gehen, mit Electronics und Loops arbeiten und dabei spannende, ganz eigene Sounds zaubern.

Der Auftritt in Finnland bestärkte Lilly in der Tatsache, dass Musikmachen vor Publikum ihr Ding ist. Inzwischen ist es zum Mittelpunkt ihres Schaffens geworden, und sie hat jede sich ihr bietende Möglichkeit zu Auftritten genutzt. Um ihren Songs den nötigen Ausdruck zu verleihen, fand sie zwei Musiker, mit denen sie ihre Vorstellungen live umsetzen kann. Gunnar Ennen „ist für alles da“, spielt Bass, Gitarre und Keyboards, Sebastian Deufel ist für den Rhythmus verantwortlich. Am Vortag in Leipzig haben sie ihr erstes gemeinsames Konzert gespielt. Sie waren noch nie in Göttingen, gleich ein voller Saal und ein vom Start weg mitgehendes Publikum.

Wie aus dem Off erklingt diese Stimme, die Gänsehaut verursacht mit tiefem, kehligen, leicht brüchigen Timbre. „Like a bombshell“ beginnt a cappella, Keyboards, gestrichene Besen und dezente Gitarrenklänge erweitern das Klangspektrum.
„Blood & History“ heißt ihre im September 2015 erschienene EP. Lillys Songs haben eine orchestral-dramatische und vielschichtige Tiefe mit verschlungenen Texten. Oft melancholisch beginnend, bauen sie einen Spannungsbogen auf, auf dem sich die Musiker in schwelgerische Höhen schwingen. „Long distance relationship“, ein Fernbeziehungslied, sei laut Lillys humorvoller Ansage noch in der Mache und klinge nun mehr wie eine Beerdigung. „Leaving, I’m leaving“ singt sie klagend in „Well I could“, begleitet von dunkler Bassdrum und E–Gitarre. Dabei fühlt sie sich stimmlich auch in den Höhen ganz sicher. „When we are old“, das sehr kitschig sei und von dem sie nie gedacht habe, dass sie so etwas jemals schreibe, wie sie sagt, trägt sie solo am Klavier vor.

Vor dem letzten Stück „Blood & History“ verneigt sich die Künstlerin sichtlich beeindruckt von der guten Stimmung vor den Besuchern. Donnernder Applaus holt sie zurück auf die Bühne. Zu „The End“ breitet sie allein am Piano noch einmal alle Facetten ihrer beeindruckenden Stimme aus.

Von Jörg Linnhoff

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