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Literarisches Zentrum Göttingen stellt neuen Halbjahresprospekt vor

Pralles Programm Literarisches Zentrum Göttingen stellt neuen Halbjahresprospekt vor

„Es geht bergauf, nicht rasant, aber stetig“, sagt Anja Johannsen, Leiterin des Literarischen Zentrums. 5080 Veranstaltungsbesucher verzeichnete das Zentrums-Team 2014, im Jahr davor waren es noch 4500. Das Programm für das kommende Halbjahr soll nun dazu beitragen, dass der Trend sich fortsetzt.

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Ein Team für einen Abend: „Krimi“-Autor Jan Seghers und Thomas Oppermann, SPD-Fraktionschef im Bundestag.

Quelle: Schleyer/Hinzmann

Göttingen. 18 Veranstaltungen umfasst das am Mittwoch vorgestellte Programm, darunter auch ein neues Festival als Ergänzung zum Literaturherbst. „Poetree“ wird es heißen und sich um die in Göttingen etwas vernachlässigte Lyrik verdient machen, sagt Gesa Husemann, inzwischen auch mit einer ganzen Stelle am Literarischen Zentrum beschäftigt. Ihre Schwerpunkte: das Programm „Literatur macht Schule“ und die Zusammenarbeit mit dem Literaturherbst.

Der Name des Festivals deutet an, um was es gehen soll. Lyrik soll unter freiem Himmel gelesen werden, im Cheltenham-Park, dort, wo prächtige Bäume in den Himmel wachsen. Dort werde „ein Poetree gepflanzt, Verse werden gesät, Sprachkapriolen gesetzt“. Organisiert wird das Lesespektakel von Studierenden, vom Literarischen Zentrum und weiteren Kultureinrichtungen (30. Mai).

Das Zentrumsprogramm startet mit einer Lesung von Thomas Hettche, der seinen Roman „Pfaueninsel“ vorstellt, für den er mit dem Raabe-Preis ausgezeichnet wurde. Er erzählt darin von der Blüte und dem Verfall einer kleinen Insel in der Havel (3. März).

Ein mächtiges Werk

Eine, die es wissen muss, kommt zwei Wochen danach ins Zentrum. Dann spricht Yvonne Hofstetter über ihr analytisches Buch „Sie wissen alles“. Hofstetter ist Geschäftsführerin von Teramark Technologies und laut Frank Schirrmacher, dem im vergangenen Jahr gestorbenen Mitherausgeber der Frankfurt Allgemeinen Zeitung (FAZ), eine „Schlüsselfigur“ in der Debatte um die Digitalisierung der Gesellschaft. Ihre These: „Big Data läutet einen neuen Bund ein: Es ist der Bund zwischen Kapitalismus und Diktatur mit der Verheißung neuer, profitabler Geschäftsmodelle der totalen Überwachung“ (20. März).

Ein mächtiges Werk steht im April auf dem Programm: „Kafka – die Jahrhundertbiographie“. 20 Jahre lang hat Reiner Stach das Leben des Dichters Franz Kafka recherchiert, drei Bände mit jeweils etwa 600 Seiten sind dabei entstanden. Der letzte, der sich mit Kafkas jungen Jahren befasst ist gerade erschienen. Stach wird ihn ohne moderierende Unterstützung vorstellen. „Er ist so gelenkig, dass er keine Hilfe braucht“, erklärt Johannsen (14. April).

Nur zwei Tage später steht ein großer Name der deutschen Literatur auf dem Programm. Thomas Brussig, Autor solcher Werke wie „Helden wie wir“ und „Sonnenallee“, präsentiert sein aktuelles Buch „Das gibt’s in keinem Russenfilm“. Darin schreibt er seine Biographie und die Geschichte Deutschlands um. Im August 1991, die Mauer steht noch, schwört der bekannter Autor Brussig, er werde nicht reisen, solange es nicht alle können, und er werde kein Telefon besitzen, wenn nicht alle eines haben (16. April, Altes Rathaus).

Eine neue Reihe

Eine neue Reihe startet das Zentrum mit der Lesung von Teresa Präauer und Annika Scheffel. Weil beide gerade ihr zweites Buch vorgelegt haben, passen sie perfekt zum Motto „Reifeprüfung: Das zweite Buch“ (7. Mai).
„Als lesen noch sexy war …“, so der Titel eines weiteren Abends. Ulrich Raulff, Ex-Feuilletonchef der FAZ und heute Leiter des Literaturarchivs Marbach, hat in „„Wiedersehen mit den Siebzigern. Die wilden Jahre des Lesens“ eine literarische Reminiszenz an seine Studienzeit verfasst (21. Mai).

Einige Reihen setzt das Zentrum auch in dem neuen Programm fort. Beim „Liederabend“ spricht Navid Kermani über Neil Young (15. Juni). Reinhard Kleist stellt seine Graphic Novel „Der Traum von Olympia“ vor. In der „Krimi“-Reihe lässt Jan Seghers seinen Kommissar Marthaler in Politikerkreisen ermitteln und unterhält sich darüber mit Thomas Oppermann, SPD-Fraktionsvorsitzender im Bundestag (10. Juli, Altes Rathaus). Daran schließt sich das Abschlussfest des Halbjahresprogramm an. Der Autor, Musiker und Regisseur Peter Licht präsentiert „Lob der Realität“, sein jüngstes Werk, das als Buch und Doppelalbum auf den Markt gekommen ist.

Das komplette Programm gibt es unter literarisches-zentrum-goettingen.de

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