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„Local Heroes“: Pop trifft Post-Punk

Wettbewerb „Local Heroes“: Pop trifft Post-Punk

„Midas Inc.“ ist aus dem Bandwettbewerb „Local Heroes“ am Freitag in der Musa als Gewinner hervorgegangen. Sie vertreten die Region beim Landeshalbfinale in Hannover. Den Publikumspreis erhielt „Treehouse“.

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Und immer schwingt etwas Bitterkeit mit

Knapp geschlagen auf Platz zwei: „Hate2lose“.

Quelle: Heller

Die sechs Musiker der Gewinnerband von „Midas Inc.“ spielen typischen Business-Rock: harte Gitarrenriffs, Keyboardsoli, immer treibend, niemals hektisch. Ihre Songs sind auf Power komponiert, mal reißend, mal klangig. Die Bühnenpräsenz der Band ist professionell und eingespielt. Sie wissen, wie man die Zuschauer unterhält ohne übertrieben zu wirken und können auf der Bühne auch mal selbst über sich lachen. „Midas Inc.“ singen auf deutsch. Oliver Hennies’ Gesang und Texte überzeugen durch metaphorische Vielfalt und hohes Ausdrucksvermögen.

Es ist Ansichtssache, ob man den Rückgriff auf existierende Genres und deren Verquickung positiv bewertet oder als Fantasielosigkeit abtut. Bei der vierköpfigen Band „Treehouse“ treffen jedenfalls Skate-Punk-Elemente auf langsamere, balladeske Passagen, klassische Rock-Gitarren-Soli auf mehrstimmige Gesangsperioden. Unstetigkeit oder doch eher Vielfalt? Egal. Die Lust am Rock verwandeln sie auf der Bühne in Energie: Der Publikumspreis und der dritte Platz sind der Lohn.

Die Frage nach ihrem Genre tun „Hate2Lose“ mit einem Lachen ab. Irgendwann fällt ihnen dann die Bezeichnung „Multicore“ ein. Sie belegten beim Contest den zweiten Platz. Wie man den Gesang beschreiben könnte? Die nächste Frage, bitte. „Hate2Lose“ sind Post-Punk. Sie vermischen eine fette Schicht Hardcore mit Elektrosound. Und dann ist da noch Felix Biener. Er spielt mit Sprache: Sein blaffender Stil klingt teilweise gar wie eine gesungene Jazz-Improvisation. Der Sound der Band erinnert mit den zwei Gitarren und dem Keyboard an die Nürnberger „The Robocop Kraus“.

„Groovy Grunge Pop“

Das Trio von „Drei Karat“ präsentiert tollen melancholischen Akustik-Pop mit Rock-Einschlägen: Die Besetzung mit Akustik-Gitarre, E-Bass und Drums hebt sich deutlich von den anderen Bands ab. Das Spiel wirkt transparent, offener als bei typischen Rock-Formationen – mit allen Vor- und Nachteilen, die dazu gehören. Die Lage im Gesang ergänzt sich mit dem typischen Klang der Akustik, aber melodische Unreinheiten werden durch diese Transparenz offensichtlicher.

Ihren Stil bezeichen die vier Musiker von „2nd Stage“ selbst als „Groovy Grunge Pop“ – 90er-Jahre-Rock würde die Sache aber besser treffen. Man wünschte sich, dass ihre Kompositionen abwechungsreicher ausfallen und dass an der Bühnenpräsenz gefeilt würde. Zumindest das Grundgerüst für melodischen, eingängigen Pop ist vorhanden.

Von Florian Heinz

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