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Lutz Seiler erhält für Roman „Kruso“ den Deutschen Buchpreis 2014

Beinahe magisch Lutz Seiler erhält für Roman „Kruso“ den Deutschen Buchpreis 2014

In den vergangenen Tagen kamen dann doch die Zweifel: Ist der Wirbel um Lutz Seilers ersten Roman „Kruso“ zu groß? Könnte sich die Jury des Deutschen Buchpreises doch dagegen entscheiden? Das Werk galt seit Wochen als Favorit für die Auszeichnung – der aber auch schon mit dem Uwe-Johnson-Preis ausgezeichnet wurde?

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Ein Favorit räumt ab: der bereits mehrfach ausgezeichnete Schriftsteller Lutz Seiler.

Quelle: dpa

Frankfurt/Göttingen. Die Zweifel waren unnötig: Seiler hat in Frankfurt den Deutschen Buchpreis 2014 erhalten – zu Recht. Am Sonnabend nun füllt Seiler die Leerstelle im Programm des Göttinger Literaturherbstes. Dort stand bislang nur, dass der Gewinner des Deutschen Buchpreises liest. Seiler kommt ins Alte Rathaus und stellt den Roman „Kruso“ vor.

Der Autor habe poetisch und sinnlich und in einer fast ins Magische gehenden Sprache den Sommer 1989 auf der Insel Hiddensee beschrieben, lobte die Jury. Der Roman erzählt von jenem Kruso und ein paar anderen Leuten, die auf der Ostsee­insel ein Leben jenseits der DDR-Normen zu führen versuchen.

Solch eine Sprache kennt man von dem 51-Jährigen, der in erster Linie Lyrik schreibt. 2007 stellte er in Klagenfurt seine verrätselte Reiseerzählung „Turksib“ vor – und gewann dort, ebenfalls völlig verdient, den Ingeborg-Bachmann-Preis. Wobei Seilers Texte ihre Kraft und Schönheit erst so richtig entfalten, wenn der Autor sie vorliest – ruhig, in seinem sanften Thüringer Dialekt.

Preis kurbelt Verkauf an

Der Gewinner hat sich gegen fünf Autoren durchgesetzt. Auf der sogenannten Shortlist für den Buchpreis standen Angelika Klüssendorf, Gertrud Leutenegger, Heinrich Steinfest, Thomas Hettche und Thomas Melle. Sie erhalten jeweils 2500 Euro; an Seiler gehen 25 000 Euro. Und sein Verlag, Suhrkamp, kann jetzt reichlich „Kruso“-Exemplare drucken lassen.

Denn der Deutsche Buchpreis gilt als Ehrung, die die Verkaufszahlen kräftig ankurbelt: Jeder ausgezeichnete Roman – angefangen 2005 mit Arno Geigers „Es geht uns gut“ über Uwe Tellkamps „Der Turm“ (2008) bis zum Vorjahresgewinner, Terézia Moras „Das Ungeheuer“ – wurde ein Verkaufserfolg.

Man kann davon ausgehen, dass auch „Kruso“ demnächst in den Bestsellerlisten auftaucht. Das freut Lutz Seiler, seinen Verlag, viele Leser und wohl auch zahlreiche Bewohner der Ostsee-Insel. „Ich finde“, sagt Seiler, „Hiddensee ist die schönste Insel der Welt, bis heute.“

Von Martina Sulner

Karten für die Lesung von Lutz Seiler am Sonnabend, 11. Oktober, um 21 Uhr im Alten Rathaus, Markt 9, gibt es in den Tageblatt-Geschäftsstelle, Jüdenstraße 13c in Göttingen und Auf der Spiegelbrücke 11 in Duderstadt.
Lutz Seiler: Kruso, Suhrkamp, 484 Seiten, 22,95 Euro.
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