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Madeleine Sauveur mit „Hin und Weg“ im Göttinger Apex

Auf Suche nach dem Glück Madeleine Sauveur mit „Hin und Weg“ im Göttinger Apex

Sie hat die Nase voll. Deshalb macht sich die Musik-Kabarett-Chansonnière Madeleine Sauveur so ihre Gedanken, was man fernab des Alltagstrotts so alles erleben könnte. Begleitet von Pianist Clemens Maria Kitschen hat sich Sauveur am Sonnabend im ausverkauften Apex auf den Weg gemacht.

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Sie hat die Nase voll. Deshalb macht sich die Musik-Kabarett-Chansonnière Madeleine Sauveur so ihre Gedanken, was man fernab des Alltagstrotts so alles erleben könnte.

Quelle: Heller

Göttingen. Was wäre wenn ...? Einfach ab in die Fremde und fern ausgetretener Pfade neue Welten kennenlernen. In Gedanken nichts leichter als das.

Und Madeleine Sauveur nimmt gleich noch das Publikum mit auf Reise. Das Motto lautet: „Hin und Weg – der Mann bleibt da!“

Ob Änderungsschneiderin auf Helgoland, Kleinkunstbühnenintendantin in Namibia oder als Entertainerin auf einem Kreuzfahrtschiff („MS steht für Mumienschlepper“), Wandern auf dem Jakobsweg, als Globetrotterin unterwegs oder Auswandern auf ferne Kontinente: Sauveur lässt ihr Bühnen-Ich einige Möglichkeiten an Neuanfängen durchspielen. Die gebürtige Braunschweigerin erzählt und gibt sich mal witzig, bissig, zickig, mal hilflos und kokett.

Sie dramatisiert, philosophiert, parodiert, gestikuliert und tänzelt. Sie frotzelt und plaudert mit ihrem Begleiter. Und sie singt mit markanter Stimme und in bemerkenswerten Höhen. Die Lieder sind abwechslungsreich arrangiert und teils komisch, teils anrührend. Ergänzt werden die vielen Eigenkompositionen durch einige Hit-Klassiker, denen das Duo, das seit zwölf Jahren zusammenarbeitet, neue Texte verpasst.

Das Mann-Frau-Ding und Zwischenmenschliches sind ebenso Sauveurs Thema wie Plastikmüll, der 500 Jahre zum Verrotten braucht, die Suche nach dem individuellen Glück und die Frage nach dem Alter. „Es kommt die Zeit, da sind so manche Züge abgefahren“, singt die 55-Jährige, um aber gleich festzustellen, dass noch nicht alle Züge auf dem Abstellgleis stehen.

Kitschen, der im Sprachduktus sehr an Ingo Insterburg erinnert, überzeugt an Piano, Akkordeon, Becken und Gitarre. Überdies fungiert er auch als Stichwortgeber und Dialogpartner. Allerdings raschelt, vor allem anfangs, doch arg das Manuskript-Papier in seinen Textbeiträgen und mit dem Timing hapert es auch. Bis zur Pause an manchen Stellen etwas rumpelig unterwegs sind die beiden in der zweiten Hälfte warm gespielt.

Ein besonders schöner Moment ist ein unterdrückter Lachanfall des Duos gegen Ende des Auftritts. Auch das Publikum lacht sich zunehmend mehr in Stimmung und lässt begeistert applaudierend Sauveur und Kitschen erst nach vier Zugaben von der Bühne.

Von Karola Hoffmann

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