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Märchenprinz dreht Pirouetten

Staatstballett Belarus zeigt Tschaikowskys „Nussknacker“ Märchenprinz dreht Pirouetten

War alles nur ein Traum? Fragend schaut Marie auf ihren unförmigen Nussknacker, der eben noch ein Märchenprinz war. Nach einer traumhaft schönen Aufführung applaudieren 400 Zuschauer begeistert. Das Bolschoi-Staatsballett Belarus zeigte in der Stadthalle Peter Tschaikowskys „Der Nussknacker“.

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Ausgestattet mit prächtigen Kostümen: die Akteure des Bolschoi-Staatsballetts.      

Quelle: Hinzmann

Göttingen. In 45 Städten präsentieren die Weißrussen den 1892 uraufgeführten Weihnachtszeitklassiker, der auf einem Märchen von Ernst T. A. Hoffmann beruht. Das Libretto stammt von Marius Petipa, der es im 19. Jahrhundert als Ballettdirektor des russischen Zarenhofs verfasste. Seit Mitte Dezember sind die Künstler aus Minsk auf Tournee. Bis Ende Januar folgt Aufführung auf Aufführung. Am Mittwochabend zeigten sie das Werk, das Alexandra Tichomirowa choreografiert hat, in der südniedersächsischen Universitätsstadt.

Auf der großen Bühne erhebt sich ein gewaltiger, reich geschmückter Weihnachtsbaum. Familie Stahlbaum gibt ein Fest. Plötzlich beginnt sich die Holz-Eule auf der Stadtuhr zu bewegen. Onkel Drosselmeier (diabolisch-lieb: Anton Krawtschenko) erscheint. Der Meister des Puppenspiels zaubert zwei Figuren herbei, lässt die Ballerina und den Zinnsoldaten ihre Geschichten erzählen. Als die Kinder mitspielen wollen, verschwinden die beiden. Drosselmeier tröstet die Kleinen mit einem Nussknacker. Keiner will die komische Figur haben, nur Drosselmeiers Patenkind Marie (kindlich-verspielt: Aleksandra Tschizhik) findet Gefallen an ihr. Die anderen Kinder verhöhnen sie deswegen.

Um Mitternacht, das Fest ist lange vorbei, schleicht Marie mit ihrem Nussknacker zurück in den Saal. Der liebe Onkel erscheint auf einmal als bedrohlicher Anführer eines Heers von Mäusen. Zinnsoldaten und Ballerinas eilen Marie zu Hilfe und nehmen den Kampf auf. Als sie zu unterliegen drohen, fällt Marie in Ohnmacht. Da verwandelt sich der Nussknacker in einen Märchenprinzen (zärtlich-werbend: Igor Onoschko).

Die Tänzer setzen das romantische Stück mit technischer Perfektion, aber immer locker und anmutig um. Ihre Mimik ist stark. Graziös-elegant schweben die Künstler auf Zehenspitzen über die Bühne, springen mit athletischer Kraft, drehen Pirouetten und lassen die zahllosen Swarovski-Kristalle an ihren prachtvollen Kostümen blitzen. Für den spanischen und orientalischen, den chinesischen und russischen Tanz im zweiten Akt gibt Szenenapplaus. Eine großartige Aufführung.

Von Michael Kaspar

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