Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Magier Thimon von Berlepsch lässt Publikum im Deutschen Theater Göttingen staunen

Unterbewusste Macht Magier Thimon von Berlepsch lässt Publikum im Deutschen Theater Göttingen staunen

Schreiben Sie in ein vier mal vier großes Quadrat 16 unterschiedliche Zahlen, sodass waagerecht, senkrecht als auch diagonal zusammengezählt 84 herauskommt. Sie haben dafür eine Minute lang Zeit. Ach ja, und eigentlich ist ihnen die Aufgabenstellung gar nicht bewusst. Unmöglich? Nicht unter Hypnose. Thimon von Berlepsch hat bei seinem Programm „Der Magier“ im ausverkauften großen Haus des Deutschen Theaters am Dienstag mit Zauberei aber vor allem der Macht des Unterbewusstseins das Publikum in Staunen versetzt.

Voriger Artikel
Öffentliche Generalprobe des Göttinger Symphonie Orchesters
Nächster Artikel
Otto von Bismarck: Biografien zum 200. Geburtstag und Lehmanns Vorlesung

Macht eine zerrissene Schnur wieder ganz: Thimon von Berlepsch mit seinem ersten Kunststück.

Quelle: Richter

Göttingen. Eigentlich ist es eine kleine Reise in die Familiengeschichte des ursprünglich niedersächsischen Adelsgeschlechts. Berlepsch erzählt von seinem Vater – davon, was er seinen Söhnen ermöglicht hat. Wie er seine Kinder dazu ermutigte, ihre Leidenschaften auszuleben und diese auch zum Beruf zu machen. Und Berlepsch berichtet davon, wie er als 13-Jähriger auf dem Dachboden eine alte Kiste gefunden hat, in der sich ein Buch befand: „Die moderne Salonmagie“ von 1891. Ebenso wie das Buch den Jungen damals, zieht auch heute Berlepsch die Zuschauer in seinen Bann: „Willkommen in der magischen Welt, die das Buch mir eröffnet hat“, sagt der 36-Jährige.

Sicherlich, einige der Tricks sind nicht neu. Eine zerrissene Schnur ist plötzlich wieder ganz, Karten sind nicht mehr die, die die Zuschauer vermutet gehabt zu haben und ein 50-Euro-Schein verwandelt sich in den Händen des Magiers in einen 100-Euro-Schein.

Berlepsch weiß, den alten Tricks neues Leben einzuhauchen. Er lässt die Zuschauer an seiner Begeisterung für Magie teilhaben. Charismatisch führt er durch den Abend, berichtet von seinen Reisen und wie sein Können vielen Menschen etwas gibt. Ebenso wie ihm sein Vater etwas mitgegeben hat und wie Berlepsch den Zuschauern seiner Show besondere Momente mitgibt. Da ist zum Beispiel der „sagenumwobene Umschlag“, der von Showbeginn an in luftiger Höhe hängt. Berlepsch plaudert mit Anne, Janett und Martin, die er aus dem Publikum zu sich auf die Bühne geholt hat. Anne hat ihre Freundin Marlice schon lange nicht mehr gesehen, Janett würde gern nach Indien reisen und Martins Wunsch ist es, Kitesurfen zu lernen. Da sich das Kuvert nicht wie geplant herabsenkt – „schön“, sagt Berlepsch amüsiert, „so hoch habe ich den Umschlag noch nie aufgehangen“ – muss zwar der Techniker des Hauses mit einer Leiter eingreifen, aber das Erstaunen nach dem Öffnen des Briefes ist umso größer. Anne erhält einen Brief von ihrer Freundin, Janett ein selbstgebasteltes Flugticket nach Indien und Martin eine Urkunde im Kitesurfen – verblüffend. Erklärungen lassen sich zwar finden, aber eigentlich will man sich doch der Magie hingeben.

Den Umschlag toppt Berlepsch mit der Trance von Monika, Heidrun und Jan. Der 36-Jährige befähigt die Zuschauer zu Unglaublichem. Monika kann plötzlich ein Fünf-Cent-Stück mit nur einer Hand verbiegen. Heidrun weiß, welche einzelne Karte in einem geschlossenen Kartenspiel umgedreht ist. Und Jan? Der schreibt innerhalb kürzester Zeit 16 unterschiedliche Zahlen in ein vier mal vier großes Quadrat und weiß später nicht einmal, woher er die Zahlen kennt.

Von Friedrich Schmidt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Milchbar im Nörgelbuff