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Kraftvoll und psychedelisch

MaidaVale im Dots in Göttingen Kraftvoll und psychedelisch

Kraftvoll und psychedelisch sei das Konzert gewesen. So lautete das Urteil verschiedener Besucher über den Auftritt der schwedischen MaidaVale im gut gefüllten Keller des Dots im Göttinger Börnerviertel. Am Ende ernteten die vier Musikerinnen für ihr Gastspiel am Donnerstagabend viel Applaus.

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Quelle: rf

Göttingen. In einer hochgeschlossenen weißen Bluse und schwarzer Hose wirkt Matilda Roth eher wie auf dem Weg ins Büro, als sie vor dem Konzert im Eingangsbereich des Dots die Platten, CDs und T-Shirts auf einem Tisch ausbreitet. Doch nur wenige Minuten später verwandelt sich das "nette Mädchen von nebenan". Auf der Bühne scheint sie wie ausgewechselt. Im weiten Kaftan macht sie die Show, lässt sich von der Musik ihrer drei Mitstreiterinnen treiben. Barfuß tanzt sie auf einem Teppich, der hinter zwei alten Röhrenradios ausgelegt ist. "Auf der Bühne bin ich anders als im richtigen Leben", sagt sie. "Das bin zwar immer noch ich, aber es ist eine ganz andere Seite von mir."

Leben in der falschen Zeit

Kennengelernt haben sich die vier jungen Frauen beim Musikstudium. Gemeinsam mit Matilda gründeten die Gitarristin Sofia Ström, Bassistin Linn Johannesson und Schlagzeugerin Johanna Hansson die Band MaidaVale, deren Musikstil sie als Heavy Blues / Psychedelic Rock bezeichnen. "Als wir begonnen haben, ist das die Musik, die wir für uns gefunden haben", erzählt die Sängerin und lacht, als sie darauf angesprochen wird, dass die Band in der falschen Zeit lebe. Stark erinnert ihre Musik an die Zeit Ende der 60er- und Anfang der 70er-Jahre. Nicht zu überhören sind Anlehnungen an Bands wie die frühen Black Sabbath oder Uriah Heep.

Moderne Elemente

Jimi Hendrix nennt Gitarristin Sofia als eines ihrer großen Vorbilder. Wie er verändert sie den Klang ihres Instruments mit Effektgeräten wie einem Wahwah-Pedal, Distortion und FuzzFace. Ihr Marshall-Verstärker stammt aus dem Jahr 1979. Doch der Stil von MaidaVale ist nicht in den 60ern und 70ern stehen geblieben. Mit modernen Elementen frischen sie die Musik auf, die sie als Basis nutzen. Zwischendurch lässt die Gitarristin zum Beispiel erkennen, dass auch die Red Hot Chili Peppers ihr Gitarrenspiel beeinflusst haben. 

Mit ihrer Musik wollen auch die vier Schwedinnen die Menschen beeinflussen. "Wir wollen den Menschen nicht sagen, was sie denken sollen", sagt Matilda, "sondern, dass sie denken sollen." Wie zum Beispiel in "Colour Blind". Mit "Dirty War" positionieren sie sich gegen Kriege. "Matilda hat aber auch verschiedene persönliche Texte geschrieben", erklärt Sofia. Eines trägt sie mit "Wish I'd been born at sea" auch ohne instrumentale Begleitung ihrer Band vor. Bei "Gallows Hill" wiederum unterstützt die die Band mit ihrem Trommelspiel.

Erinnerungsfoto

Im Dots spielt das Quartett die Songs ihres Debüt-Albums "Tales of the wicked west" und hat zusätzlich zwei neue Lieder im Gepäck. Nach etwa einer Stunde ist der Auftritt beendet. Dem Publikum hat es gefallen, der Band auch. "Es ist ein cooler Ort", kommentiert die Gitarristin das Kellergewölbe. Zur Erinnerung macht sie mit ihrem Handy ein Foto der applaudierenden Zuhörer, bevor die Tour nach zwei weiteren Auftritten in Deutschland über Slowenien, Kroatien, Österreich und Polen weitergeht.

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