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Manu Katché und die Farbigkeit des Schlagzeugs

Drumpoet im Kulturzelt Manu Katché und die Farbigkeit des Schlagzeugs

Viel ist schon gesagt und geschrieben worden über die Vielfalt und Zartheit im Schlagzeugspiel von Manu Katché. Aber letztlich vermögen wohl selbst die bestgewählten Worte nur schwer zu vermitteln, was ein Konzert mit dem Franzosen erlebbar macht.

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Mit Größen aus Pop und Jazz auf der Bühne: Manu Katché.

Quelle: Visual

Ein Chance, Katché live zu erleben, gab es jetzt im Kulturzelt in Kassel. An der Drahtbrücke in der Fulda­aue stellte Katché in Quartett-Formation Eigenkompositionen vor.

Zusammen mit Laurent Vernerey am Bass, Tore Brunborg am Saxophon und Alfio Origlio am Piano spielte Katché Stücke seines neuen Albums „Third Round“, aber auch ältere Kompositionen. Dabei bewegen sich Katché und seine Mitspieler sehr viel im Jazz, ein wenig im Pop und zwischen afrikanischen Einflüssen. Auch wenn Katché der Star ist, auch wenn die Stücke vor allem durch seine Rhythmen leben und ihre Farbigkeit erhalten, tragen doch alle Beteiligten ihren bedeutenden und perfekt interpretierten Teil zum Gesamtbild bei.

Erstaunlich ist, mit welch’ kleinem Schlagzeug sich Katché begnügt. Der Drummer hat es nicht nötig, sich hinter einem Turm aus Trommeln und Becken zu verstecken. Ihm reichen Basedrum, Tomtoms und wenige Becken, um eine unglaubliche Zahl musikalischer Charaktere und Stimmungen zu zaubern. Wenn er die Basedrum tritt, ist jeder Schlag ein präzises, unmissverständliches Statement. Mit feinfühligem Rühren und sensiblen Streichen entlockt er daneben seinen Trommeln und Becken feinste Nuancen, um im nächsten Augenblick einen Wirbelwind aufsteigen und wieder in sich zusammenfallen zu lassen.
Bekannt ist Katché vor allem für seine Arbeit mit Musikgrößen aus Pop und Jazz von Sting über Peter Gabriel bis jüngst zum Imagine-Projekt von Herbie Hancock. Völlig zu unrecht geraten zwischen diesen ebenfalls großen Namen Katchés eigene Stücke ein wenig in den Hintergrund. Umso schöner und eben nur schwer in Worte zu fassen war das Konzert mit der Konzentration auf den Schlagzeugpoeten selbst.

Von Isabel Trzeciok

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