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Marilyn Mazur über Spiritualität und ihren Auftritt in Nörten-Hardenberg

Haus voller Instrumente Marilyn Mazur über Spiritualität und ihren Auftritt in Nörten-Hardenberg

Die Perkussionistin Marilyn Mazur hat in der Band des Jazz-Stars Miles Davis gespielt und tourte mit dem Saxofonisten Jan Garbarek. Daneben hatte die in New York geborene und in Dänemark lebende Musikerin eigene Bands wie „Future Song“ oder „Percussion Paradies“.

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Als Trio auf Tour: Krister Jonsson, Marilyn Mazur und Josefine Cronholm (von links).

Quelle: EF

Am Sonnabend, 7. März, gastiert die Musikerin mit ihrem Trio in Nörten-Hardenberg. Im Tageblatt-Gespräch erzählt sie, welche Rolle Spiritualität für sie spielt und wie sie ihren eigenen Groove fand.

Ihre Bandbreite an Musik ist riesig – von akustisch und lyrisch bis zu elektronisch und experimentell. Wie gelang es Ihnen, Begrenzungen zu überwinden?
Wenn ich improvisierte Musik mit Menschen spiele, die sich verstehen und sich Raum zum eigenen Ausdruck geben, dann spielt der Musikstil für mich keine Rolle mehr. Aber natürlich liegen mir manche „Stile“ mehr als andere. Wir alle haben unterschiedliche Vorlieben und Fähigkeiten – dies ist ganz natürlich. Doch ich mag es, über die gesamte Palette an Klangfarben zu verfügen.

Sie haben Ihre Karriere als Pianistin begonnen. Waren sie damals schon ein Fan perkussiv spielender Jazzpianisten wie Duke Ellington oder Thelonious Monk?
Ich mag Ellington und Monk! Aber als ich mich als Musikerin entwickelte, achtete ich mehr auf das Hören von Kompositionen und der musikalischen Energie als Ganzes. So bevorzugte ich keine spezifischen Instrumentalisten. Aber ich mochte den Pianisten Dollar Brand und den Trompeter Miles Davis. Eigentlich höre ich noch heute eher wie ein Komponist.

Als Perkussionistin sind Sie Autodidaktin. Ist es besser Instrumente selbst zu erlernen oder einen Lehrer zu haben?
Eine Kombination ist wahrscheinlich das Beste. Es könnte einfacher sein, einen guten Lehrer zu haben als auf eigene Faust alles zu finden. Als Autodidakt können Sie dagegen sehr viel von ihrer Persönlichkeit ausdrücken.

Wie viele Perkussion-Instrumente besitzen Sie heute?
Ich sammele Glocken, Gongs, Trommeln, Daumenklaviere und viele andere Klangerzeuger. Es ist mittlerweile unmöglich, alle meine Instrumente zu zählen. Ein ganzes Haus ist damit gefüllt.

Trommeln und Perkussion werden in vielen Kulturen in einem spirituellen Rahmen eingesetzt. Wie wichtig ist dies für Sie?
Die spirituelle Dimension und die Energie ist wahrscheinlich die wichtigste Sache für mich in der Musik – diese Magie und die Verschmelzung der Schwingungen.

Nach Nörten-Hardenberg kommen Sie im Trio mit dem Gitarristen Krister Jonsson und der Sängerin Josefine Cronholm. Was zeichnet dieses Trio aus?
Wir agieren sehr verspielt, verträumt aber auch energiegeladen. Dieses Trio ist sehr stark von der Natur inspiriert. Alle drei Musiker lieben eine gemeinsame Offenheit in den Stücken. Die Musik wird danach ausgewählt, dass sich eine abenteuerliche und facettenreiche Geschichte entwickeln kann. Diese muss zu uns passen – als Individuen, Solisten und als Gruppe.

Ist Musik für Sie wie ein Spielplatz spontaner Ideen?
Ja. Jazz ist in gewisser Weise wie ein Spielplatz. Aber ich denke zugleich, dass Musik genauso ernst ist wie das Leben im Allgemeinen. Und es ist gut für uns, immer wieder auch bestimmte musikalische Landschaften zu betreten und nicht nur die ganze Zeit spontan zu sein.

Es gibt so viele wunderbare Grooves in der Welt: afrikanisch, asiatisch oder karibisch, Jazz, Rock, Funk. Wie haben Sie Ihren eigenen „Mazur-Groove“ gefunden?
Heutzutage bekommen wir so viele verschiedene Musik zu hören. Einige beeinflusst uns mehr als andere. Wenn ich Musik mache, drücke ich mein Gefühl oder eine Idee aus – und dies wird dann mein eigener Groove. Auch wenn dieser Groove Aromen aus anderen Kulturen hat, wird er durch meinen Körper und Geist gefiltert und erhält so neue Eigenschaften und eine eigene Qualität.

Das Interview führte Udo Hinz

Marilyn Mazur gastiert auf Einladung der Initiative Kunst & Kultur Northeim am Sonnabend, 7. März, um 20 Uhr in Nörten-Hardenberg im Atrium auf dem Gräflichen Landsitz. Ab 18 Uhr wird der Film „Marilyn Mazur – Queen of Percussion“ gezeigt. Tickets: info@kunst-kultur-northeim.de.
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