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Witz und wienerischer Charme

Marina & The Kats im Apex Witz und wienerischer Charme

Gute-Laune-Musik mit tanzenden Melodien, schwirrende Gitarrensoli zu treibendem „Beserlschlagzeug“: Das Parkett war bereitetet für einen stimmungsvollen Swing-Abend mit der selbsternannten „kleinsten Big Band der Welt“ Marina & The Kats im Apex. Überragend: die mitreißende Stimme von Marina Zettl.

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Beserlschlagzeug und mitreißende Stimme: Marina Zettl.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Um das authentische Swing-Feeling der 30er-Jahre in der kleinen Besetzung umzusetzen, spielt Zettl zusätzlich „Beserl-Snare“, der eigentliche Schlagzeuger Jörg Haberl wechselte zum Akustischen Bass. Komplettiert wird das Trio von Thomas Mauerhofer an der Gitarre.

„… Take a seat, let’s dim the light, we gonna have a show tonight …“. Mit „Marinas Theme“ beginnt die schwungvolle Vorstellung des österreichischen Trios. Sie seien direkt aus Wien angereist und das erste Mal in Göttingen, das ihnen als sehr schöne Stadt angepriesen worden sei, erzählt Zettl mit wienerischem Charme. Von Beginn an begleitet sie herzlicher Applaus. Nach dem kleinen verbalen Vorspiel legen sie los mit ihrer ganz eigenen, furiosen Spielart von „Neo-Swing“.

„And her tears flowed like wine“ von Stan Kenton liegt ein Text über eine misshandelte Frau zu Grunde. Die Musik jedoch kommt locker mit fließendem Gitarrensolo daher. „Undecided“ ist eine Ode an den Sinti-Swingpionier Django Reinhardt.

Neben ihrem musikalischen Charme und den eingängigen Melodien überzeugen die vorwiegend selbstkomponierten Songs des Trios auch durch die Texte. In „Broke“ gehe es darum, dass Geld und sie keine Freunde seien, erläutert Zettl. „Bitte greifen (fassen) sie mich nicht mehr an …, bitte fragen sie mich nicht mehr, wie groß ich bin“. Zettl ist es ernst mit dieser Ansage und Anspielung auf ihre zierliche Person. In „Small“, dem Titelsong ihres aktuellen Albums, hat sie mit dem Kleinsein verbundene Erfahrungen thematisiert. Das ruhige, sehr eindringliche Stück wird von Haberl auf einem Miniaturpiano begleitet. Auch Stücke von Rockgrößen wie Guns N’ Roses und ihr „Sweet Child O’Mine“ werden in ein entsprechendes Swing-Kostüm verpackt. Drei Katzen, betrunken vom Duft der Reben im Burgenland, treiben in „Kats Dance“ ihr Unwesen.

Die meist ausgelassen schwungvollen Nummern, mit faszinierendem Tempo gespielt und immer wieder von Mauerhofers feinen Gitarrensoli veredelt, haben Witz und Charme, sind voller Energie und werden von einer besonders leichtfüßigen Grundstimmung getragen. Dazu singt und trommelt Zettl mit einer solchen Leidenschaft, die dazu animiert, sich zu bewegen. Zum Ende wird das Publikum mit „Someday“, einem Liebeslied, beruhigt.

Von Jörg Linnhoff

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