Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 14 ° wolkig

Navigation:
Martin Harley im Göttinger Apex

Beschwingter Blues Martin Harley im Göttinger Apex

Blues muss nicht traurig sein, zeigt der Blues-Musiker Martin Harley. Melancholische Texte werden bei ihm von leichten Melodien kontrastiert. Mit beeindruckendem Slide-Gitarrenspiel und viel Humor hat Harley den rund 50 Besuchern im Apex sein neues Album „Static in the Wires“ vorgestellt.

Voriger Artikel
Dota mit Band in der Göttinger Musa
Nächster Artikel
„Gary Moore ist mein größter Einfluss“

Gar nicht traurig: Martin Harley.

Quelle: Hartwig

Göttingen. Die Gitarre liegt quer auf seinen Beinen. Mit ein Metallplättchen streicht Harley über die Saiten, während die rechte Hand sie kompliziert zupft. Harleys Fingern krabbeln über die Stahlsaiten. Heraus kommt ein stimmiger Blues-Sound, der viel beschwingter klingt, als Harley es wohl zugeben würde. Seinem Publikum kündigt er augenzwinkernd jeden neuen Song als traurige Melodie an.

Das Blues traurig sein muss, ist nur ein Klischee. Damit spielt der Waliser Gitarrist und Sänger, wenn er seine Zuhörer auffordert noch ein bisschen Bier zu trinken, um die Melancholie der Texte zu ertragen. „I feel blue“ bedeutet im Englischen, traurig zu sein. Harleys Blues ist aber nicht getragen.

Man hört ihm an, dass er einige Songs in Indien, Australien und Hamburg geschrieben hat. „Cardboard King“ klingt nach einem indischem Krimskrams-Markt. „Postcard from Hamburg“ ist in einer einsamen Nacht in St. Pauli entstanden, erzählt Harley. Passend zum vergangenen Osterfest singt der Waliser ein Lied vom „Chocolate Jesus“. Neben zwei Lapsteel-Gitarren, die auf den Beinen liegend gespielt werden, hat Harley auch eine Akustik­gitarre dabei. Die gewährt ihm mehr Beinfreiheit, sodass Harley mit jedem Fuß einen anderen Rhythmus wippen kann. „One Horse Town“ würde seine Heimatstadt gut beschreiben, meint der Singer und Songwriter, denn dort würde es auch nur ein Pferd geben.

Das Publikum bittet Harley mit großem Applaus um Zugaben. Ein Zuhörer wünscht sich „Winter Coat“ zum Abschluss. Endlich mal ein melancholisches Lied.

Von Jorid Engler

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Hier bloggen wir zu den Göttinger Händel-Festspielen 2017 – berichten von Vorbereitungen, besuchen Opernproben und werfen einen Blick hinter die Kulissen. mehr

Diana Kanter besucht „Die Nutznießer – ,Arisierung‘ in Göttingen“