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Martin Lüker interpretiert den großen Komödianten Heinz Erhardt

Deutscher Humor Martin Lüker interpretiert den großen Komödianten Heinz Erhardt

Mit Heinz Erhardt teilt Martin Lüker den Bauch, das spitzbübische Lächeln und vor allem den Humor. Lükers Programm „Danke Heinz“, ist eine Hommage an den 1979 verstorbenen Komiker, Musiker, Schauspieler und Dichter Heinz Erhardt. Lüker bringt die Besucher zu einzelnen Stationen in der Biografie Erhardts, fügt ein paar eigene Gedichte, Kurzverse und Lieder dazu und geht ganz in der Verehrung Erhardts auf.

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Größter Heinz-Erhardt-Fan: Martin Lüker.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Lüker ist Erhardts größter Fan, wie er sagt, und das ist zu spüren. Sein Programm ist liebevoll gestaltet und von zarter Zurückhaltung.

Er belebt Erhardts Lyrik, Prosa und Glossen wieder, ohne sie einfach nur imitieren zu wollen. Seine Rezitationen fallen weniger trocken aus, als die des Originals, haben aber die gleiche Leichtigkeit.

Lüker, der Klavier an der Musikhochschule Detmold studierte, versteht es, Erhardts Texte musikalisch zu begleiten. Dort zieht er alle Register, verziert die Gedichte mit Klavierklassikern oder untermalt das Geschehen nach Art des Stummfilms, so dass Bewegungen plastisch und lebendig werden.

Besonders wichtig scheint ihm seine bäuerliche Herkunft zu sein, denn Lüker wird nicht müde zu erwähnen, dass er aus dem ostwestfälischen Borkholzhausen kommt. Einem Ort, der halb so groß wie der New Yorker Friedhof sei, dafür aber „doppelt so tot“. Ein Witz mit Bart.

Zweiter Teil deutlich interaktiver

Den Ostwestfalen auf einer humoristischen Ebene als neuen Ostfriesen zu etablieren, gelingt Lüker allerdings nur mäßig. Um so gelungener sind seine eigenen Kurzverse, deren intelligente Wortspiele ein paar Sekunden brauchen, bis sie vom Publikum verstanden werden.  

Lüker witzelt sich im Apex quer durch das Werk Erhardts. Er rezitiert die Gedichte über Ritter Fips und dessen tragisches Ende, erzählt von der Tierwelt inspirierte Geschichten nach und kommt schließlich zu den großen Themen wie Liebe. Oder klassische Tragödie.  

Der zweite Teil seines Programms ist deutlich interaktiver. Hier animiert Lüker das Publikum zum Mitsingen, lässt es Reime vollenden und im Takt Mitschnipsen. Zum Abschied spielt er ein Medley aus deutschen Schlagern, deren Text er leicht verändert hat und hier bricht das Eis endgültig: Das Publik krümmt sich vor Lachen.

Lüker gilt als einer der begnadetsten Erhardt-Interpreten. Leider ist der deutsche Humor der 60er und 70er Jahre nicht unbedingt zeitlos, so dass vor allem diejenigen, die Erhardt noch aus ihrer Kindheit kennen, den größten Spaß an diesem Abend haben.

Von Serafia Johansson

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