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„Matthias Brodowy – In Begleitung“: Kabarettkonzert zum Bistumsjubiläum

Mit einem Lächeln im Gesicht „Matthias Brodowy – In Begleitung“: Kabarettkonzert zum Bistumsjubiläum

Die Tournee durch das Bistum Hildesheim beginnt in Göttingen: Kabarettist Matthias Brodowy feiert das 1200-jährige Bestehen des Bistums Hildesheim mit und ist am Dienstag mit seinem Programm „Matthias Brodowy – In Begleitung“ in der Kirche St. Heinrich und Kunigunde in Grone aufgetreten, organisiert von der katholischen Kirche in Göttingen und dem Eichsfeld.

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Matthias Brodowy (links) mit seinen Musikerkollegen Wolfgang Stute (Mitte) und Carsten Hormes.

Quelle: Vetter

Göttingen. Der Kirchenraum ist sehr gut gefüllt. Eilenden Schrittes betritt Brodowy den Altarbereich, begrüßt kurz das Publikum und eröffnet am E-Piano mit einem stimmungsvollen Chanson den Abend in dem er schildert, wie es ist, sonst allein unterwegs zu sein. Doch an diesem Abend heißt es in dem Lied weiter „ist das schön, jetzt in Begleitung zu sein“. Denn Brodowy ist gemeinsam mit Carsten Hormes am Bass und Wolfgang Stute an Percussion-Instrumenten und Gitarre auf Tour mit ihrem 2013 mit dem Deutschen Kleinkunstpreis ausgezeichneten Programm – sechs weitere Auftritte im Bistum Hildesheim folgen bis zum 24. April.

Kabarett und Kirche. Spontan mag man denken: keine einfache Verbindung. Zumal gerade die vergangenen Monate gezeigt haben, wie heftig Glauben, Weltanschauungen und künstlerische Freiheit aufeinander prallen und für Diskussionen und Zündstoff sorgen können. Doch in Kirchenräumen kennt sich Brodowy aus. Der 1972 in Braunschweig geborene Künstler studierte Geschichte und katholische Theologie, ist ehemaliger Messdiener und ausgebildeter Kirchenmusiker.
Als „Vertreter für gehobenen Blödsinn“, trifft der Hannoveraner genau den richtigen Ton, musikalisch wie inhaltlich. Er versteht es, gleichermaßen Tiefgang und Leichtigkeit, Hintersinn und Heiterkeit zu verbinden und bei den Stolperern des Lebens den Finger in die Wunde zu legen. In seinen Liedern, sanften Balladen und eingängigen Chansons wie auch in seinen Kommentaren und Überleitungen geht es um ganz Alltägliches und Menschliches, um Politik und gesellschaftlich aktuelle Themen – musikalisch kongenial begleitet von Stute und Hormes.

Da geht es ums Faulsein, die Schönheit des Lebens oder die absurde Vorstellung, zum Papst gewählt worden zu sein. Aber Brodowy findet auch deutliche Worte. Er kritisiert die „spätrömische Dekadenz“ von Politikern, eine Welt, die „rein geschäftlich“ ist, die Missachtung der Privatsphäre in den sozialen Medien und den NSA-Abhörskandal. Schließlich sei über Jahrhunderte für Freiheitsrechte gekämpft worden, und nicht abgehört zu werden eine Frage des Menschenrechts.
Brodowy formuliert schöne Gedanken und Bilder, regt zum Schmunzeln und Nachdenken an und findet immer auch versöhnliche Worte. Mit einem zweistimmig mit den Zuschauern gesungenen Abschlusslied und der Anregung, mehr Blödsinn zu machen und Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, klingt das Programm aus. Ein schöner und heiterer Abend.

Von Karola Hoffmann

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