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Maurice Steger interpretiert virtuose Blockflötenkonzerte in Göttingen

Virtuos mit Handkuss Maurice Steger interpretiert virtuose Blockflötenkonzerte in Göttingen

Die Blockflöte hatte nicht immer den unbegründeten Ruf des ausschließlichen Amateurinstruments. Bevor sie in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts von der Querflöte verdrängt worden ist, haben ihr etliche Komponisten von Rang und Namen virtuose Konzerte geschrieben – darunter Antonio Vivaldi und Georg Friedrich Händel.

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Experte für den vergessenen Kanon der Kunstmusik:  Der Schweizer Blockflötist Maurice Steger (M.).

Quelle: Rhode

Göttingen. Als ein Experte für diesen vergessenen Kanon der Kunstmusik gilt der Schweizer Blockflötist Maurice Steger, der am Sonntag in der Aula am Wilhelmsplatz ein Konzert gegeben hat.

Steger hat eine einnehmende Persönlichkeit. Seine Bühnenpräsenz ist großartig, wobei er sich dafür während der Stücke ganz auf seine virtuose Technik und Musikalität verlassen darf. Und wann immer die Musik in der Aula verklungen war, wie nach Georg Philipp Telemanns Konzert in a-Moll, umarmte Steger kurzerhand die Ensemblemitglieder und bedachte die ebenfalls virtuosen Xenia Löffler (Oboe, Blockflöte) und Nadja Zwiener (Violine) obendrein mit Verbeugung und Handkuss.

Das Konzert war mit „La Pastorella“ überschrieben, dem Titel eines Konzerts in D-Dur von Antonio Vivaldi, mit dem Steger  sein Publikum in der ausverkauften Aula empfing. Besonders hier tat sich im Allegro auch Marco Postinghel am Fagott hervor, der einen rasanten und sauber akzentuierten Kontrapunkt zu Stegers Flötenspiel lieferte.

Dessen Virtuosität erkennt man wie bei Zwiener natürlich an den komplizierten Solopassagen der Konzerte und Sonaten – Steger machte aber auch mit einer Weichheit im Ton auf sein Können aufmerksam, die er selbst bei schnellen Tempi und Trillern beizubehalten vermochte. Eine eindrucksvolle Demonstration makelloser Technik, die von Naoki Kitaya am Cembalo mit Feuer begleitet wurde.

Steger und seine Kollegen haben in knapp zwei Stunden demonstriert, was die gängige fünfköpfige Instrumentalbesetzung der Barockzeit zu bieten hat. In so fähigen Händen ist das heute eine ganze Menge.

Von Jonas Rohde

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