Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
„Mein Freund Wickie“ in Göttingen

Familien-Musical „Mein Freund Wickie“ in Göttingen

Manche kommen mit voller Montur: Schild, Schwert und ihrem Wikingerhelm, vor allem mit Helm. So ragen in der gut besetzten Göttinger Stadthalle zahlreiche Hörner in die Luft. Die meisten sind aus Plastik, aber viele der kleinen Fans des Familien-Musical „Mein Freund Wickie“ hatten sogar selbst gebastelt.

Voriger Artikel
Vom „Streichelinstitut“ zum „Antichristen“
Nächster Artikel
„C’est la vie, Lili“ im DT-Studio

Muskelkraft gepaart mit Dummheit: die angriffslustigen Wikinger.

Quelle: Heller

Zahlreiche Besucher hätten sich wohl zu Beginn Ohrenklappen am Helm gewünscht, denn gar zu laut startet die Vorstellung. Der Text ist kaum zu verstehen. Das bessert sich jedoch im Verlauf des Nachmittags.

Regisseurin Dagmar Leding hat die Geschichte um den cleveren Wikingerjungen (glockenhell gesungen von Jenny Flemming) vor einem einfachen aber schönen Bühnenbild temporeich in zwei Akten inszeniert. Die Darsteller bewegen sich viel im Zuschauerraum, suchen den Kontakt zum Publikum.

Die Musik stammt von dem Komponisten Christian Bruhn, bekannt durch Schlager wie „Marmor, Stein und Eisen bricht“ und nicht zuletzt den Titelsong zu der Fernsehserie „Wickie und die starken Männer“. Außer „Hey Hey Wickie“, das beherzt vom Publikum mitgesungen wird, gibt es allerdings wenig Ohrwurmtaugliches in der Inszenierung. Viele Songs werden in bester Wikingermanier mehr gegrölt als gesungen. Gesanglich überzeugen kann nur Flemming. Dem Spaß tut das keinen Abbruch.

Mit „Haut se, haut se, immer auffe Schnauze“ ziehen die Wikinger los nach Grönland, um den gefräßigen Gröhl (Volker Wackermann) zu überfallen. Natürlich bringen sich die „Helden von Flake“ damit wieder mächtig in Schwierigkeiten, denn außer Muskelkraft gepaart mit Dummheit haben sie wenig zu bieten. Da helfen auch die engagierten Rufe aus dem Publikum „Passt auf! Hinter euch“, nicht. Die Wikinger werden gefangen und Wickie muss sie retten. Zum Glück kommt ihm ja beim Nasereiben immer die passende Idee.

Am Schluss drängte sich bei vielen der kleinen Zuschauer, die im vergangenen Jahr wohl alle Michael Herbigs Wickie-Film gesehen haben und dementsprechend stoffsicher waren, die Frage: „Wo war denn eigentlich Wickies Freundin Ylvie?“ In der Geschichte war sie nicht aufgetaucht.

Marie Varela

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regional
NDR2-Soundcheck: Statements von der Open City Stage am Sonntag