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„Meine Familie und ich“ – jetzt wird es privat

42. Göttinger Kinder- und Jugendbuchwoche „Meine Familie und ich“ – jetzt wird es privat

Die Familie ist für jeden relevant. Das war ein Grund für Ruth Cornelie Hildebrandt, Projektleiterin der 42. Göttinger Kinder- und Jugendbuchwoche, Autoren einzuladen, die in Schulen und in zwei Kindergärten Lesungen anbieten, die sich mit dem Thema auseinandersetzen.

Die ursprüngliche Bedeutung der Familie – die Lebensgemeinschaft der Eltern und ihrer Kinder einschließlich ihrer weiteren Verwandtschaft _ habe sich im Laufe der Zeit immer wieder verändert und neue Lebensentwürfe hervor gebracht: Kleinfamilie, nichteheliche Lebensgemeinschaft, Patchworkfamilie, alleinerziehende Väter und Mütter.

Allein diese Vielfalt biete bereits Stoff für zahlreiche Kinder- und Jugendbücher, sagt Hildebrandt. Sie nennt aber auch problematische Aspekte wie Kinderarmut, Gewalt in der Familie, verwaiste Geschwister oder Eltern und Familiengeheimnisse, die Stoff für Literatur bieten. Acht Autoren hat Hildebrandt in diesem Jahr zu der Veranstaltungsreihe der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) eingeladen.

Mit vielen dieser Themen beschäftigen sich die Schriftsteller während der Jugendbuchwoche bei Lesungen und Gesprächen mit Schülern und Kindergartenkindern, die zum ersten Mal in Kooperation mit zwei Grundschulen in Bremke und Geismar an den Veranstaltungen teilnehmen. Ziel sei die frühkindliche Leseförderung. Die Geschichten der Autorinnen Minna McMaster und Jeanette Randerath richten sich bereits an Kinder ab vier Jahren, erklärt Hildebrandt. Insgesamt sind während der Jugendbuchwoche 76 Lesungen in 56 Schulen im gesamten Landkreis geplant.

Die Beteiligung der Autoren an der Jugendbuchwoche, für die der GEW ein Etat von 32    000 Euro zur Verfügung steht, kommt nach Auskunft von Hildebrandt auf ganz unterschiedliche Weise zustande. Teilweise bewerben sie sich. Es gebe aber auch Empfehlungen. Olaf Büttner, der im vergangenen Jahr zu Gast war, habe sie beispielsweise auf Bernhard Hagemann aufmerksam gemacht. Und Sabine Ludwig sei bereits zum zweiten Mal dabei.

Im nächsten Jahr erwarten die Gäste der Jugendbuchwoche „Grauenvolle Seiten“. 2012 lautet das Thema „Worte, Bilder und Geschichten“, dort werden Comic- und Bilderbuchautoren vertreten sein.

  Programmüberblick
 
  • Die 42. Göttinger Kinder- und Jugendbuchwoche wird am Sonntag, 31. Oktober, um 17.30 Uhr eröffnet. Alle acht Autoren kommen zu der Feier ins Alte Rathaus. Bei der Eröffnungsveranstaltung werden sie vorgestellt. Zudem gibt es einen Überblick über das Programm der gesamten Woche mit Lesungen, Ausschnitten aus dem Theaterprojekt „Familienfoto“ und der Preisverleihung für den Plakatmalwettbewerb. Der Eintritt zu der Eröffnung der Jugendbuchwoche ist frei. Ebenfalls an diesem Tag wird der Film „Übergeschnappt“ um 15 Uhr im Kino Lumière, Geismarlandstraße 19, gezeigt. Der Film ist für Kinder ab acht Jahren geeignet und wird auch am Vortag, Sonnabend, 30. Oktober, um 15 Uhr gezeigt.
  • Anlässlich der Jugendbuchwoche gibt es aber auch schon vorab zwei weitere Veranstaltungen. Am Montag, 25. Oktober, stehen der Vortrag mit Workshop „Familien-Mix im Märchen und warum Kinder Märchen brauchen“ für Kindergärtner und Grundschullehrer auf dem Programm. Beginn ist um 15 Uhr im Alten Rathaus. Anmeldung unter 0    55    09 / 18    21.
  • Eine Podiumsdiskussion beschäftigt sich am Mittwoch, 27. Oktober, mit dem Thema „Kinderarmut in Göttingen – auch ein Bildungsproblem!“ Ab 17 Uhr diskutieren Sozialdezernentin Dagmar Schlapeit-Beck (SPD), Michael Stechbart vom Göttinger Kinderschutzbund, Kinderarzt Martin Hulpke-Wette und Henning Grahlmann von der GEW im Clarion Parkhotel, Kasseler Landstraße 45. Der Eintritt ist frei.
  • Ein Lese- und Mitmachnachmittag für Grundschüler und Familien ist am Montag, 1. November, um 16 Uhr geplant. Im Sukkulentenhaus des Alten Botanischen Gartens, Untere Karspüle 2, lautet das Motto „Floras Familien und wir“. „Die schrecklichsten Mütter der Welt“ werden ebenfalls an diesem Montag unter die Lupe genommen. Um 19 Uhr beginnt die Lesung für Schüler ab elf Jahren und Mütter in der Buchhandlung Deuerlich, Weender Straße 33.
  • Elisabeth Zöller liest am Dienstag, 2. November, aus ihrem Buch „Anton oder die Zeit des unwerten Lebens“ im Literarischen Zentrum, Düstere Straße 20. Beginn ist um 19.30 Uhr. Die Moderation des Abends übernehmen Schüler (ab zwölf Jahren).
  • Die szenische Lesung „Familienfoto – Ein theatrales Briefprojekt“ mit Schülern der Carl-Friedrich-Gauß-Schule und der Bonifatiusschule II wird am Mittwoch, 3. November, um 17 Uhr im Studio des Deutschen Theaters, Theaterplatz 11, aufgeführt (ab 13 Jahren). Am Donnerstag, 4. November, steht der „Abschiedsbrief von Opa Maus“ im Mittelpunkt der Jugendbuchwoche. Die Lesung und der Workshop mit Jeanette Randerath für Großeltern und Enkelkinder ab sechs Jahren beginnt um 16 Uhr im Café der Buchhandlung Thalia, Weender Straße 36.
  • Minna McMaster geht mit „Ritter Hubi Drachenfreund“ neue Wege. Sie lädt Kinder ab sechs Jahren zur Massagelesung ein. Beginn ist am Freitag, 5. November, um 16 Uhr im Pfarrheim Gieboldehausen, Mittelstraße 1. Am Sonnabend und Sonntag, 6. und 7. November, geht’s noch einmal ins Kino Lumière. Jeweils um 15 Uhr startet der Film „Villa Henriette“ für Kinder ab sechs Jahren.

Von Eida Koheil

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