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Melodien für Berlin und Quarktaschen von Gucci

Kabarett Melodien für Berlin und Quarktaschen von Gucci

Ob Angela Merkels Mundwinkel zu Anfang, eine bollywoodgerechte Parodie Grönemeyers in der Mitte oder die Hitparade der „Melodien für Berlin“ am Ende: begleitet von etlichen Lachern der Zuschauer ging es am Sonnabend, 13. Juni, im Apex laut und ausgelassen zu.

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Mit subtilem Wortwitz: Christoph Brüske.

Quelle: Heller

Ohne großen Kostümaufwand und mit nur wenigen Requisiten steht Christoph Brüske zwei volle Stunden auf der Bühne. „Was kostet die Welt?“ heißt sein Programm, das eine Mixtur ist aus politischem Kabarett, Gesang und Comedy. Neben ausgefeilter Wortakrobatik und allerlei körperlichen Verrenkungen, versucht er sich kurzzeitig sogar in Eurythmie. Anschließend gibt er einige Lieder zum Besten, deren gewürzte Texte vom Publikum begeistert aufgenommen werden.

Der Schauspieler, Moderator und Sänger entfaltet eine geballte Ladung subtilen Wortwitzes in seinem Bühnenprogramm, mit dem er in ganz Deutschland auftritt. So bemerkt er zum Beispiel, dass man seit der Rechtschreibreform „Kohl-Ära“ und „Cholera“ gleich schreiben könne und dass man sich seit den gestiegenen Milchpreisen beim Bäcker fragen müsse: „Ist die Quarktasche von Gucci?“. Er redet dabei im Tempo eines Hochgeschwindigkeitszuges und lässt damit seine Betrachtungen über die Welt und den damit verbundenen alltäglichen Wahnsinn Schlag auf Schlag, Witz an Witz auf das Publikum niederprasseln.

Nachdem er Göttingen als den „G-Punkt an der der Leine“ betitelt hat, geht es nahtlos weiter mit Gedanken über die Wirtschaftskrise und der Frage, ob Angela Merkels Mundwinkel etwas mit der andauernden Konjunkturflaute zu tun hätten.
Ausgesprochen gut kommen beim Publikum auch seine Gedanken zu den gescheiterten Hedgefondgeschäften der jüngeren Vergangenheit an. „Das Hegdefondgeschäft ist ein Zwischending aus BWL und Hütchenspiel. Ein Gebrauchtwagenhandel ist dagegen seriös!“ „Wofür steht HSH Nordbank? Für: Hatte-Super-Hedgefonds!“

Langer Applaus

Mit der Hitparade Melodien für Berlin nimmt er sich schließlich in kreativer Uneitelkeit parodistisch sämtliche namhafte Bundespolitiker vor, etwa Ulla Schmidt und Ursula von der Leyen. Nach drei Zugaben und langem Applaus, beschließt er den Abend mit einem herzlichen und ernst gemeinten Appell ans Publikum, dem Apex treu zu bleiben und so der drohenden Schließung zu trotzen.

Von Indra Hesse

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