Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 13 ° Regenschauer

Navigation:
„Messiah“-Aufführung in der Göttinger Johanniskirche

250. Todestag Händels „Messiah“-Aufführung in der Göttinger Johanniskirche

Drei Chöre, ein Orchester, eine ausverkaufte Kirche: Der 250. Todestag von Georg Friedrich Händel am Dienstag, 14. April,  war Anlass für eine begeisternde Aufführung seines Oratoriums „Messiah“ unter der Leitung von Bernd Eberhardt.

Voriger Artikel
Thomas Bischoff inszeniert Kleist-Stück
Nächster Artikel
Band „Schultzing“ im Live-Club Nörgelbuff

Stimmkräftige Besetzung: Göttinger Kammerchor, Konzertchor des Otto-Hahn-Gymnasiums und Göttinger Knabenchor singen Händels „Messiah“.

Quelle: Mischke

Für außergewöhnliche Anlässe braucht man neue Ideen. Eine „Messiah“-Aufführung zum Todestag Händels ist keine umwälzende Idee, gewiss. Aber dafür gleich drei Chöre zu engagieren, ist neu. Im Göttinger Kammerchor singen erwachsene Choristen, die über eine besondere stimmliche Ausbildung verfügen. Der Göttinger Knabenchor und der Konzertchor des Otto-Hahn-Gymnasiums sind besetzt mit Kindern und Jugendlichen.  

Diese Mischung ist nicht ganz unproblematisch, denn jugendliche Sänger bringen allein aus Altergründen noch nicht die musikalische Erfahrung mit, die ein derart anspruchsvolles Oratorium erfordert. Doch die gründliche Vorbereitung, die Chorleiter Michael Krause seinen jungen Chören angedeihen ließ, hat dieses Manko ausgeglichen. Und außerdem hat Bernd Eberhardt als künstlerischer Leiter mit Umsicht dafür gesorgt, dass  die Aufgaben gerecht verteilt waren: Die kompliziertesten Abschnitte sang der von ihm vorbereitete Kammerchor allein, in den übrigen Sätzen wirkten die Jugendlichen und Kinder mit.

Schlank und transparent

So kam es nicht etwa zu falschen Kompromissen, sondern zu einer qualitativ hochrangigen Aufführung. Eberhardt legte dabei besonderen Wert auf die zarten, leisen Töne des Oratoriums, mied auftrumpfendes Pathos, ließ schlank und transparent musizieren. Darin folgten ihm nicht nur die drei Chöre, sondern auch das ausgesprochen beschwingt und virtuos musizierende Göttinger Barockorchester, das in dieser eindrucksvollen und bewegenden Aufführung für instrumentale Glanzlichter sorgte.

Exquisit war die Solistenbesetzung, für die die veranstaltende Göttinger Händel-Gesellschaft verantwortlich war. Angeführt wurde das Quartett von Kirsten Blaise mit ihrem hellen, beweglichen Sopran. Die Altpartie war mit Tim Meads besetzt: eine wunderbar lyrisch-weiche Stimme mit Schmelz und intensivem Ausdruck. Nicht minder klangschön war der kraftvolle, klug geführte Tenor  von Timothy Benth. Für ein starkes Fundament sorgte der koloraturensichere Bassist William Berger. Drei Solisten sind bei den Händel-Festspielen in der Oper „Admeto“ zu hören: Tim Meads in der Titelrolle,  Kirsten Blaise als Antigona und William Berger als Ercole.

                                                                                                            Von Michael Schäfer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regional

Hier bloggen wir zu den Göttinger Händel-Festspielen 2017 – berichten von Vorbereitungen, besuchen Opernproben und werfen einen Blick hinter die Kulissen. mehr

Fotografie-Ausstellung „In saeculo lux“ in der Galerie Ahlers