Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Mickey´s Candy mit Funk und Soul im Nörgelbuff

Heimspiel mit Fanclub Mickey´s Candy mit Funk und Soul im Nörgelbuff

Die junge, aus dem Kongo stammende, Sängerin Cäcilia Mutanda ist mit ihren Eltern in den 90er-Jahren vor der Gewalt des dortigen diktatorischen Regimes nach Deutschland geflohen. In der Musik hat sie eine neue Heimat gefunden. Mit ihrer Band „Mickey´s Candy“ gab sie nun ein Heimspiel im Nörgelbuff.

Voriger Artikel
Ute Lemper in Kassel
Nächster Artikel
Orchester Göttinger Musikfreunde in St. Paulus

Cäcilia Mutanda war mit Band im Nörgelbuff.

Quelle: r

Göttingen. Nach Zeiten permanenter Angst vor Abschiebung, die unter anderem durch Freunde und deren Zivilcourage verhindert wurde, hat Cäcilia Mutanda über den Hannoveraner Gitarrenlehrer Oliver Oppermann zur Musik gefunden. Mit ihrem Debutalbum „Unprotected Funk“ liefern Mickey´s Candy beherzten Funk mit einer Prise Soul und Rhythm & Blues im Retrogewand, angelehnt an die 70er Jahre.

Heimspiel vor vertrautem Publikum

Großer Auflauf im Kellerclub des Nörgelbuffs. Ce Mutanda, wie sie sich selbst nennt, hat in Duderstadt gelebt und ist in Göttingen auf das MPG gegangen. Ihr Konzert ist ein Heimspiel. Viele Freunde, Lehrer und Verwandte sind gekommen. Letztere sind sogar teilweise extra zum Konzert aus Belgien angereist. So ist die Stimmung schon vor dem Auftritt Mutandas mit ihrer vierköpfigen Band um Oliver Oppermann, Bass, Gitarre, Carsten Wiesner, Gitarre, Micha Fromm, Schlagzeug und der Backgroundsängerin Elena Rudolph emotional sehr aufgeladen.

„Cool“ kommt wie es der Titel verspricht und groovt dabei mit einem sehr funkigen Gitarrensolo von Wiesner richtig los. Der Song „Cowboy“ ist laut Ansage von Mutanda einem Freund im Publikum gewidmet und diesem immer richtig peinlich. Nach dem Lied bricht in Teilen des Publikums Euphorie und Fanclubatmosphäre, wie bei einem Fußballspiel, aus. Und mit „Le Freak“ von der Disco Band Chic aus dem Jahr 1978 lässt das Quintett einen Mitreißer folgen.

Funk-Teppich auf hohem Niveau

Der zweite Teil des Sets beginnt mit zwei akustischen Nummern, bevor sich Mutanda zu Grace Potters Rock Song „Paris (Ooh La La)“ die Seele aus dem Leib singen darf. Zweifelsohne hat sie eine beeindruckende Stimme. Diese klingt jedoch teils etwas spitz und wirkt manchmal auch noch leicht unsicher. Musikalisch bewegt sich die Band auf hohem Niveau und breitet einen richtig guten Funk-Teppich aus.

„Mickey´s Party“ wird im Verbund mit den Besuchern zu einer solchen. Danach streift Mutanda ihre hohen Pumps ab, tanzt sich barfuß durch das groovige „Tube Satisfaction“ und lässt mit Tracy Chapmans „Give me some reason“ ihren mitreißenden Auftritt stimmungsvoll ausklingen. Ein tolles Debut mit Partyatmosphäre.

Von Jörg Linnhoff

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Milchbar im Nörgelbuff