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"Mimikry" beim Hausbesuch

Spieleabend mit Literatur "Mimikry" beim Hausbesuch

Kanonisierte Klassiker zum Anfassen und Nachahmen: Philipp Albers und Cornelius Reiber haben bei einem WG – Besuch, ausgerichtet vom Literarischen Zentrum Göttingen, dazu eingeladen, den Respekt zu verlieren und die Neugier zu wecken. Denn jeder kann den Nietzsche oder den Goethe in sich finden.

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Das Göttinger Publikum ließ sich nicht lumpen.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Bei dem Romananfangsspiel, ähnlich dem Gesellschaftsspiel „Nobody is perfect“, geht es darum im Stil und Geiste eines Autors den Buchanfang vom ersten Satz ausgehend weiterzuschreiben. Zusammen mit dem Original werden die gezinkten Buchanfänge der Mitspieler vom Spielleiter vorgelesen. Danach wird geraten, welcher Romananfang der Richtige ist. Die Spieler bekommen umso mehr Punkte, je mehr auf ihren Text hereingefallen sind.

Das Buch:

Philipp Albers / Holm Friebe: „Mimikry: Das Spiel des Lesens“, Blumenbar, 400 Seiten, 24 Euro

Reiber und Albers, die das Spiel selbst vor 15 Jahren als Zeitvertreib entdeckten, haben in ihrem Buch „Mimikry: Das Spiel des Lesens exemplarisch festgehalten, zu welch literarischem Tiefsinn und Unsinn ein simpler Spieleabend beflügeln kann. Dazu haben sie an 19 Abenden mit 101 Mitspielern 80 Romananfänge erspielt. Mit ihren Gastgebern aus Journalismus- und Literaturbetrieb fuhren sie auch schon mal S-Bahn im Kreis, um nebenbei „The Circle“ von Dave Eggers neuzuschreiben.

Das Göttinger Publikum ließ sich nicht lumpen. Passend zum Ort wurden Romananfänge zu Benjamin Stuckrad-Barres „Soloalbum“ dahingerotzt und Aphorismen frei nach Georg Christoph Lichtenberg ersonnen. Die Vorgabe: „Gleich stehen sie vor meinem Bett. Gronkwrömmm.“ Eine Zuhörerin schrieb in etwa: „Ich war gerade dabei, mich in meinem Bettbezug einzunähen, da kamen sie, bis zu beiden Ohren kichernd als hätten sie sich gerade im Kekswichsen duelliert.“ Bei Lichtenberg durfte dann das ganze Publikum mitspielen. Der Gewinner war nicht Lichtenberg, sondern der Aphorismus: „Eine der Hauptkonvenienzen der Ehe ist die, sein Leid zu teilen und die Sorgen zu verdoppeln.“

„Spiele sollte man ernst nehmen, sonst machen sie keinen Spaß.“ So lautet der Anfangssatz des Buches „Mimikry: Das Spiel des Lesens“. Auf geht’s!

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