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Minimalistisch: Elektropop von A Forest im Nörgelbuff

Mal wieder Musik mit Klebeband Minimalistisch: Elektropop von A Forest im Nörgelbuff

Das erste Lied ist gespielt, der Applaus vorüber, da macht Sänger Fabian Schütze einen Vorschlag. „Wäre schön, wenn ihr die Mitte etwas füllt. Dann wird das hier alles etwas familiärer“, sagt er, und zeigt auf die Tanzfläche. Ein Wunsch, den man häufig auf Konzerten hört.

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Quelle: Archiv

Göttingen. Doch dieses Mal passiert wirklich etwas. Sofort werden Stühle gerückt und Tische verschoben. Die Zuschauer rücken näher heran und sitzen nun unmittelbar vor der Bühne.

Schütze ist der Sänger der Band  „ A Forest „ , die zu einem Konzert im Nörgelbuff nach Göttingen gekommen ist. Zur Band gehören noch Arpen am Synthesizer und Schlagzeuger Friedemann Pruss. Der Saal ist gut gefüllt.

A Forest spielen elektronischen Pop mit deutlichem Fokus auf den Gesang. Im Unterschied zu ihren Studioaufnahmen wirkt das analoge Schlagzeug live präsenter, und gibt meist einen durchgängigen Rhythmus vor. Wenig Tempowechsel, dafür sehr verwobene Melodiesequenzen machen ihren Sound aus. Ihre Stücke sind durchsetzt von Samples, der Sound wirkt elektronisch.

Arpen stamme aus Gera, erzählt Schütze, und habe seinen Synthesizer in den  Achtzigerjahren von den Russen bekommen:  „Und die haben ihm beigebracht, wie man das Ding mit Klebeband programmiert.“ „Das ist auch noch dasselbe Klebeband. Das wurde so mitgeliefert“, antwortet Arpen, der tatsächlich bei einigen Songs Tasten mit Klebeband fixiert.

Diese Technik bleibt aber das einzige, was an die  Achtziger  erinnert. Der Sound von A Forest wirkt eher modern minimalistisch und sehr clean. Ihr Stil bleibt sehr reduziert, einzelne Samples, Melodieabschnitte und ein Schlagzeug ohne viel Abweichung vom Beat lassen die Struktur und Bauweise der Songs sichtbar. In vielen Passagen setzen einzelne Instrumente aus. Gerade am Anfang der Stücke beginnt immer ein einzelnes Instrument oder der bloße Gesang. Erst nach diesem Vorspiel setzt der Rest der Band ein. So bauen sich die Songs nach und nach zu einer Komposition zusammen.

Am Ende weist Schütze auf die Internetseite ( http://www.iamaforest.com) der Band hin: „Man kann da sehr transparent die Entstehung eines neuen Albums verfolgen.“ Auch Musikspuren werden dort veröffentlicht. Als Einladung an die Zuhörer, selbst etwas  Neues aus den Songs zu machen.

Von Daniela Lottmann

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