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Miriam Hilker setzt auf Strich für Strich

Künstler und ihre Ateliers Miriam Hilker setzt auf Strich für Strich

Zahlreiche ambitionierte Künstler leben und arbeiten in Südniedersachsen. In der Reihe „Künstler und ihre Ateliers“ stellt das Tageblatt sie vor. Heute: Miriam Hilker.

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Aktuell stellt Miriam Hilker bei einer Exhibition in Göttingens polnischer Partnerstadt Thorn aus, die im Oktober und November in Göttingen zu sehen war. 2017 folgen Ausstellungen in Leipzig, Offenbach und in der Galerie Art Supplement.

Quelle: Heller

Göttingen. Strich für Strich, dicht an dicht ganz fein gesetzt. Aus einer Vielzahl winziger Striche bilden sich Flächen. Durchbrochen von kleinen Leerstellen formieren sie sich zu einer Landschaft. In der Nahsicht zeigen sich ganz kleine Personen, die die Bilddimension kippen lassen. Fläche wird plötzlich zum Raum. Die drei Bilder der mit Zeichentusche und Feder gefertigten Serie, die derzeit in einer Gruppenausstellung in der Galerie Art Supplement zu sehen sind, scheinen eine Erzählung zu beinhalten.

Ein wiederkehrendes Liniensystem, feine Licht- und Farbstimmungen. Bilder, die sich aus Flächen und ganz vielen Schichten zusammensetzen. Farbbereiche an der Grenze zur Wahrnehmbarkeit. Gemalte und ungemalte Flächen, die von gleichwertiger Bedeutung sind. – Die Bilder und Zeichnungen von Miriam Hilker sind formal stets streng konzipiert. Zumeist abstrakt, vermitteln die Arbeiten doch oft den Eindruck, etwas Natürliches wie Wasser oder Himmel zu zeigen.

„Ich habe immer einen ganz strengen Bildaufbau und eine Vorgehensweise, wie ich daran arbeite und letztendlich auch diesen eher poetischen oder sinnlichen Eindruck von etwas Natürlichem oder einer Stimmung“, erläutert Hilker ihr künstlerisches Konzept. „Dieses Verhältnis, dass beides da ist, ist mir immer ganz wichtig. Etwas Klares wie ein Ziel, das man verfolgt und diese Stimmung, die man manchmal auch gar nicht planen kann und die auf jeden Betrachter anders wirkt.“ So habe jeder seine eigenen Assoziationen dazu, Geschichten oder Stimmungen, die an Gelebtes erinnern.

Die 1982 in Göttingen geborene Künstlerin absolvierte ein Kunststudium („Es gab nie eine Alternative“) an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach. Schon während des Studiums hat sie sich viel mit dem Aufbauprinzip beschäftigt und wie aus ganz einfachen Strukturen Bilder entstehen können. Ihre Diplomarbeit hat sie über die Ablesbarkeit von Bildern geschrieben und über verschiedene Künstler, die in Zeilen, das heißt in einem linearen System, arbeiten.

„Die Auseinandersetzung mit einem Thema auf theoretischer Ebene war für mich auch sehr wichtig, und das ist in meinen Bildern auch immer präsent“, sagt Hilker. In der Konzeptkunst werde oft viel theoretisches Wissen vom Rezipienten vorausgesetzt. Aber ihr sei es wichtig, dass ihre Arbeiten auch Betrachtern zugänglich sind, die sich nicht in der Tiefe damit auskennen. Und sie legt auch Wert darauf, dass diejenigen, die einfach nur schauen trotzdem einen Anreiz finden, ein bisschen in dem Bild zu verweilen oder sich etwas in Erinnerung rufen. „Das ist etwas, das mich immer vorangetrieben hat.“

Hilker lebt wieder in ihrer Heimatstadt und seit 2014 arbeitet sie mit in der Galerie Art Supplement. „Das macht sehr viel Spaß“, sagt die Künstlerin. Durch die Galerie habe sie wie im Studium einen künstlerischen Austausch und sie gehe auch auf Reisen. Und wenn sie unterwegs ist, ist auch immer ein Skizzenbuch dabei. „Das ist ein bisschen wie ein Tagebuch und auch, um das Auge zu trainieren.“

Aktuell stellt Hilker bei einer Exhibition in Göttingens polnischer Partnerstadt Thorn aus, die im Oktober und November in Göttingen zu sehen war. 2017 folgen Ausstellungen in Leipzig, Offenbach und in der Galerie Art Supplement.

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