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Mit George Gershwin die Welt umarmen

Werke aus zwei Jahrhunderten Mit George Gershwin die Welt umarmen

Am vergangenen Sonntag, 20. Januar, begeisterte die Akademische Orchestervereinigung Göttingen (AOV) unter Leitung von Lorenz Nordmeyer mit großorchestraler Musik aus zwei Jahrhunderten in der Aula am Waldweg.

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Unter der Leitung von Lorenz Nordmeyer: die Akademische Orchestervereinigung Göttingen in der Aula am Waldweg.

Quelle: Heller

Es muss nicht immer die Sinfonie Nr. 9 „Aus der Neuen Welt“ von Antonin Dvořák sein, die den Brückenschlag leistet zwischen Alter und Neuer Welt, Amerika und Böhmen. Dvořáks Sechste tut’s auch. Zumal, wenn sie kombiniert wird mit George Gershwins Klavierkonzert in F, einem genuin amerikanischen Werk.

Den Auftakt machte das 1938 komponierte Orchesterwerk „Sensemayá“ des Mexikaners Silvestre Revueltas: Mehr als ein Appetizer, stellt die komplexe Rhythmik, die gewagte Harmonik des Stücks doch gleichermaßen hohe Ansprüche an die Ausführenden wie die Hörer. Mit starkem Schlagwerk, im ständig sich steigernden 7/8-Rhythmus sowie einem durchgängig angelegten Crescendo arbeitete Nordmeyer mit dem Orchester das Kultische dieses Werks plastisch heraus.

In seinem Klavierkonzert in F hat Gershwin die Betriebsamkeit, die Aufbruchstimmung der „roaring twenties“ eingefangen: Schmissig, rhythmisch vital und mit einem gehörigen Schuss Jazz im Blut gingen die Musiker das klassisch im Sonatensatz gearbeitete Allegro an. Großartig der Solist des Abends: Mit massiver Akkordarbeit behauptete sich Pianist Alexander Schindler gegen die Klangwogen, ließ in glitzerndem Passagenwerk die Attacken des Orchesters nachklingen.

In das Dämmerlicht eines Jazzkellers tauchten die Bläser den Beginn des Adagios. Dann leitete Schindler in scheinbar freier Improvisation zu einer jener typischen, unwiderstehlichen Gershwin-Melodien über, die mit großorchestraler, weltumspannender Geste die Hörer ergriff: Brausender Beifall am Ende für das Orchester und den Solisten, der als Zugabe eine Jazz-Bearbeitung des Harold-Arlen-Hits „Stormy Weather“ bot.

In Dvořáks 1880 entstandenen Sinfonie Nr. 6 D-Dur blieb das Orchester seinem vitalen Zugriff, seinem auf Rhythmik und Dynamik setzenden Ansatz treu. Besonders das Scherzo (Furiant), das den Komponisten der „slawischen Tänze“ verrät, begeisterte die Besucher in der Aula der PH am Waldweg.

Von Matthias Körber

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