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Mit Kettensäge in den Beziehungsstreit

Kraussers „Lederfresse“ am Theater im OP Mit Kettensäge in den Beziehungsstreit

Kettensägenmassaker sind Kult, in Deutschland spätestens seit Christoph Schlingensiefs Film aus dem Jahr 1990, den die Bildzeitung damals als „Ein riesiger Spaß. Hart, laut, dreckig und ehrlich“ rühmte.

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Vielseitig: der Schriftsteller Helmut Krausser.

Quelle: Wetzig

Göttingen. Drei Jahre nach dem Film hat der Dramatiker Helmut Krausser sein Theaterstück „Lederfresse“ geschrieben, in dem eine Kettensäge zu den wichtigen Requisiten gehört. Krausser, Jahrgang 1964, schreibt Prosa, Lyrik, Bühnenstücke und Hörspiele, ist musikalisch aktiv, begeisterter Schachspieler und hatte  2007/2008 eine Poetikprofessur an der Universität München inne. Zwei seiner 13 Romane wurden verfilmt. Mareike von Müller inszeniert „Lederfresse“ am studentischen Theater im OP. Es hat am Mittwoch, 5. September, Premiere.

Zweipersonenstück

„Lederfresse“ ist ein Zweipersonenstück. Er (Sascha Vennemann) hat sich von ihrem – nicht etwa von seinem – Ersparten eine Kettensäge gekauft und posiert als Leatherface aus dem Film „The Texas Chainsaw Massacre“. Sie (Myrtha Dorothee Werner) hat ihren Job verloren, kommt zu früh nach Hause und ist nicht gerade erfreut über das, was sie sieht. Daraus wird ein handfester Beziehungsstreit. Zu erleben sind nervige wie liebgewonnene Marotten der Partner, Boshaftig- und Zärtlichkeiten, Handgreifliches und Poesie, am Ende auch die Polizei als Mit- und Gegenspieler.

Erfolgreichstes Bühnenstück

„Lederfresse“ ist Kraussers erfolgreichstes Bühnenstück. Es wurde seit 1993 in Buenos Aires, Peking, London, Los Angeles, Burkina Faso und in fast ganz Europa  gespielt. Das Stück lebt von der Skurrilität und der Fatalität des Zufalls und der Lebendigkeit seiner Figuren. Die Leitfrage: Hast auch du zu lange gekuscht vor dem Krustentier?

Mit diesem Stück setzt das Theater im OP seine Krausser-Pflege fort. Zuletzt stand Kraussers Bühnenwerk „Haltestelle. Geister“ auf dem Spielplan. Aus diesem Grund erhalten „Lederfresse“-Besucher, die ihre „Haltestelle. Geister“-Karte vorlegen, einen Euro Ermäßigung.

Die Premiere beginnt um 20.15 Uhr im Göttinger Theater im OP, Käte-Hamburger-Weg 3, Einlass über den Zuschauereingang im Heinrich-Düker-Weg. Weitere Vorstellungen am 7., 8., 11., 12., 14., 15., 18., 20., 21. und 22. September zur selben Uhrzeit. Kartenvorverkauf: in der Tourist-Information im Alten Rathaus, Markt 9, unter Telefon 05 51 / 39 70 77 oder im Internet unter thop-online.de.

Michael Schäfer

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