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Mit Lebendigkeit und Leichtigkeit

Händel-Festspiele Mit Lebendigkeit und Leichtigkeit

Mit der Ode „Alexander’s Feast“ gab es am am Freitag ein ganz besonders Glanzlicht der Händel-Festspiele. Fortgesetzt werden sie heute mit der vorletzten Aufführung der Oper „Admeto“ im Deutschen Theater und einem Kammerkonzert im Rittersaal des Welfenschlosses Herzberg.

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Ausgewogene Stimmen: Nicholas McGegan dirigiert NDR-Chor und Festspielorchester in der Göttinger Stadthalle.

Quelle: Michael Schäfer

Ohne Zweifel ist „Alexander’s Feast“ eines der inspiriertesten oratorischen Werke Händels – und das mit einem ungewöhnlich lyrischen Grundton, den derbühnenerfahrene, wirkungssichere Komponist sonst seltener anschlägt. Das macht das Werk aber auch zu einer Herausforderung für die Interpreten. Und die haben Nicholas McGegan, seine drei Gesangssolisten, sein Festspielorchester und der Chor des Norddeutschen Rundfunks am Freitag glänzend bestanden.

Dabei war es vor allem der Chor, der mit einer offenbar sehr gründlichen Vorbereitung – einstudiert hatte ihn sein neuer Leiter Philipp Ahmann, der seit Herbst 2008 Direktor dieses Klangkörpers ist. Bemerkenswert sind die große Homogenität des Stimmklangs, die Pianokultur, die Transparenz und nicht zuletzt die wunderbare Ausgewogenheit der Stimmen, dank derer eben auch ein Tenoreinsatz Kraft und Durchschlagskraft besitzt.

Die lyrischeren Soloparts hat Händel Sopran und Tenor anvertraut. Dominique Labelle vermag es, ihren höhenfreudigen Sopran hier ganz weich und sanft, dort zupackend und ausgesprochen kernig einzusetzen. Sie gestaltet ihre Partie mit großer musikalischer Klugheit. Darin steht ihr der Tenor Thomas Cooley nicht nach. Sein Timbre hat Schmelz, sein Piano ist zart ohne jeden Hauch, sein Forte wunderbar kraftvoll. Ebenfalls große Stimmkraft besitzt der Bass Wolf Matthias Friedrich, die er – was schon zu Beginn der Festspiele zu bemerken war – bisweilen etwas roh einsetzt. Schön, dass ihm Händel in „Alexander’s Feast“ nicht nur virtuose Rache-Koloraturen abverlangt, sondern als Mittelteil dieser Arie auch ganz zurückgenommene, leise Töne. Sieh da: Das bekommt Friedrichs Stimme sehr gut, hier kann der Sänger endlich zeigen, dass er auch zarte musikalische Linien gestalten kann und nicht nur ständig den vokalen Bizeps herauskehrt.

Ausgewogenheit war nicht nur beim Chor, sondern ebenso beim virtuos musizierenden Festspielorchester zu beobachten. Dirigent Nicholas McGegan hielt die Aufführung spannungsreich zusammen, sorgte für Lebendigkeit und Leichtigkeit, für tiefen Ernst wie für heitere Ausgelassenheit. Der Jubel des Publikums war lautstark.  Michael Schäfer

Eine Aufnahme des Konzerts ist am 22. November von 22.05 bis 24 Uhr auf NDR Kultur zu hören.

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