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Mit dem Text spielen wie ein Jongleur

Deutschen Theater Mit dem Text spielen wie ein Jongleur

Ein besonderes Dokument des 18. Jahrhunderts ist der Briefwechsel zwischen dem Schriftsteller Heinrich Christian Boie und Luise Mejer. Im Deutschen Theater (DT) in Göttingen lesen ihn am Montag, 25. Mai, Julia Hansen und Christian Brückner. Brückner ist einer der bekanntesten deutschen Synchronsprecher, die deutsche Stimme von Robert de Niro. 

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Stimmgeber und Ideengeber: Hans-Ludwig Arnolds (rechts) Briefauswahl lesen Christian Brückner und Julia Hansen.

Quelle: EF

The voice“ wird Christian Brückner von manchen genannt. Er lieh Harvey Keitel seine Stimme, Donald Sutherland, Warren Beatty, Alain Delon, Peter Fonda und unzähligen anderen. Vor allem  aber ist er die deutsche Stimme von Robert de Niro. Die Filme des Hollywood-Schauspielers, die Brückner nicht synchronisiert hat, lassen sich an zwei Händen abzählen. Dass die meisten eher seine Stimme kennen, als sein Gesicht, sei für ihn ok. Der Titel „The voice“ – zunächst gewöhnungsbedürftig – schmeichle ihm inzwischen.

 „Ich denke, man kann Menschen schwerlich mit etwas mehr beeindrucken als mit der Stimme“, sagt Christian Brückner. Und er habe damit etwas ganz besonderes erreicht. „Es gibt Menschen, die erzählen mir, dass sie meine Stimme seit Jahrzehnten kennen und jetzt hören die Kinder sie auch. Das ist eine tolle Kontinuität.“

Eigener Hörbuchverlag

Noch mehr am Herzen liegen ihm aber die vielen Hörbücher und Hörspiele, die er gesprochen hat. „Ich wollte schon immer eine Geschichten, Texte, verständlich machen“. Näher bringen durch seinen Vortrag. Mit seiner Frau Waltraudt hat er vor zehn Jahren einen eigenen Hörbuchverlag gegründet. „Es ist äußerst befriedigend für mich, dass wir da nun unsere Dinge machen können. Das vermitteln können, was wir wichtig und interessant finden“, erklärt der Schauspieler. Dazu gehören Texte von Walter Benjamin, Gedichte von Charles Baudelaire, Gottfried Benn, Paul Celan und Günter Eich. 

Einen Briefwechsel, der als besonderes Dokument des 18. Jahrhunderts gilt, liest der Schauspieler am Montag, 25. Mai, um 19.45 Uhr zusammen mit Julia Hansen im Deutschen Theater. Heinrich Christian Boie, Schriftsteller und Verwaltungsbeamter, und Luise Mejer, Tochter eines Kriegssekretärs, schrieben sich zwischen 1777 und 1785 unzählige Briefe. Sie dokumentieren das gesellschaftliche Leben der Zeit auf ungewöhnliche Weise. 

Dem Text gerecht werden

Für seine Lesung in Göttingen – er hat die Stadt bereits einmal besucht (beim Literaturherbst 2005) und als „hübsch“ in Erinnerung – bereite er sich nicht anders vor, als für die Aufnahme eines Hörbuches. Dem Text müsse man immer „Gerechtigkeit widerfahren lassen. Auswendig muss man ihn nicht können“, erklärt er, „aber damit spielen können, wie ein Jongleur“. 

Karten für die Lesung, die von dem Publizisten Heinz Ludwig Arnold eingerichtet ist und kommentiert wird, gibt es an der DT-Theaterkasse, Telefon 0551/496911.

Von Christiane Böhm

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