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Mit den Essenzen der alten Meister gespielt

Jazz-Improvisationen Mit den Essenzen der alten Meister gespielt

Jacques Loussier und Uri Caine sind nur zwei der großen Namen, die Jazz und Klassik mit großem Erfolg zusammenbringen und auf der Grundlage etwa Johann Sebastian Bachs oder Robert Schumanns wunderbar zu jazzen wissen. Der russische Pianist Leonid Chizhik tat es ihnen nach: Zusammen mit seinem Duopartner, dem Kontrabassisten Peter Bockius, stellte er am Mittwoch auf Burg Hardegsen seine Improvisationen über Themen von Georg Friedrich Händel und Felix Mendelssohn-Bartholdy vor.

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Vereinen Klassik und Jazz: Leonid Chizhik (l.) und Peter Bockius.

Quelle: CM

„Wir sind keine Interpreten“, eröffnete Chizhik das zweite Burgkonzert im Rahmen der Händelfestspiele, „sondern Jazzmusiker.“ Dieses Bekenntnis zum Jazz löste das Duo im Verlauf des Konzerts zu 100 Prozent ein. Anstatt eine mehr oder weniger verjazzte Interpretation etwa der Suite HWV 441 von Georg Friedrich Händel abzuliefern, destillierten die Musiker die musikalischen Essenzen aus der Partitur heraus und mixten sie neu zusammen zu Jazzimprovisationen von unwiderstehlichem Drive. Dass sie sich dabei durchaus weiter von der klassischen Vorlage entfernten als etwa Jacques Loussier und sein Trio, das störte im gut besetzten Saal des Muthauses auf Burg Hardegsen niemanden.

Ganz im Geiste des Jazz und der freien Improvisation dann auch die „Lieder ohne Worte“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy: Zu virtuosen Fantasien inspirierten Leonid Chizhik die Melodien Felix Mendelssohns. 

Halsbrecherische Läufen

Immer wieder preschte der Pianist mit halsbrecherischen Läufen voran, ließ sein Temperament abfedern an den satten Grooves von Peter Bockius am Kontrabass. Die Kunst des Duos war es dabei, bei aller Virtuosität doch den romantisch-melancholischen Grundgehalt der Stücke (gespielt wurden die Nummern 7, 9 und 25) hin und wieder durchschimmern zu lassen.

Mit begeistertem Applaus (und leider ohne Zugabe!) ging das letzte Konzert der Händelfestspiele zu Ende, das dem diesjährigen Festspielmotto, „Faszination und Inspiration“, alle Ehre machte. 

Von Matthias Körber

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